Auf der Brücke überm Tiefer –
Flohmarkt
Taschen, Tücher, Bücher,
eine Frau mit altem Gesicht,
Haar unterm Tuch
gewickelt in ein buntes Kleid,
einen roten Rock,
Frühlingszwiebeln
zwischen den hockenden Schenkeln,
Frühlingszwiebeln, duftend,
Erde an den zarten Wurzeln.
Sie schützt sie
mit ihren Armen,
flüstert in die klackenden Schritte
der Vorbeieilenden in der ihr
eigenen Sprache ihren Namen,
wiegt sie zärtlich
Einmal muss ich sterben,
aber wenn mein Kind,
das doch weiterleben soll,
wenn ich tot bin,
vor mir stirbt, werde ich
schon vorm Sterben sterben.
Viele Kinder sterben
in unzähligen Ländern der Erde,
ihre Mütter, die noch leben,
sind mitgestorben,
bei jedem Kind mitgestorben,
mehr und mehr gestorben.
Und Kinder sterben,
wenn ihre Mütter getötet werden,
ihre Väter, Brüder, Schwestern
vor ihren Augen sterben,
Ihre Schuhe hochhackig,
die Füße wie im Tanz,
bis zu den Fesseln der lange Rock,
das Haar verhüllt
die Laute ihrer Sprache klopfen die Luft,
schmal schwebt ihr Lächeln
durch die Gänge.
Edibe trägt Feuer
an den Schuhen,
drei Kinder an der Hand,
ein paar Kleider, Töpfe, Tüten,
mit denen sie
von Kontinent zu Kontinent raschelt –
aus einer zerschossenen Wohnung
mit zurückgelassenen Fotos
einer gestempelten Existenz.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Mit den Fingerspitzen
berührt sie das Geld,
nimmt es, schaut, wie
Eines Tages erreichte der Krieg Deutschland.
Er kam nicht mit Gewehren,
Granaten und Soldaten.
Er kam schlafend
auf dem Arm einer Mutter,
als Säugling.
Er schrie laut,
war hungrig und fror.
Neue Papiere bekam der Vater,
nur einen Staat nicht,
der sie alle nimmt
als seine Bürger.
Was soll ein Krieg
mit Staat und Papier?
Der Krieg will nur
den Krieg.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Mit den Fingerspitzen
berührt sie das Geld,
nimmt es, schaut, wie
Untersuchung zwecks Ausstellung eines
ärztlichen Attestes
Auf dem Bogen
ein kleines Kästchen,
das auf ein Kreuz wartet:
Krankheit und Behinderung?
Dünn geschrieben, ein Zusatz,
auch infolge von Krieg.
Abgetastet werden,
Mann, Frau, Kind,
als könne ihr Fleisch
alte Schmerzen verraten.
Abgehorcht ihre Brustkörper,
als klinge in ihnen
der Hall von Schüssen.
Wie sollen
in das kleine Kästchen
die Albträume passen,
Einmal muss ich sterben,
aber wenn mein Kind,
das doch weiterleben soll,
wenn ich tot bin,
vor mir stirbt, werde ich
schon vorm Sterben sterben.
Viele Kinder sterben
in unzähligen Ländern der Erde,
ihre Mütter, die noch leben,
sind mitgestorben,
bei jedem Kind mitgestorben,
mehr und mehr gestorben.
Und Kinder sterben,
wenn ihre Mütter getötet werden,
Untersuchung zwecks Ausstellung eines
ärztlichen Attestes
Auf dem Bogen
ein kleines Kästchen,
das auf ein Kreuz wartet:
Krankheit und Behinderung?
Dünn geschrieben, ein Zusatz,
auch infolge von Krieg.
Abgetastet werden,
Mann, Frau, Kind,
als könne ihr Fleisch
alte Schmerzen verraten.
Abgehorcht ihre Brustkörper,
als klinge in ihnen
der Hall von Schüssen.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Einmal muss ich sterben,
aber wenn mein Kind,
das doch weiterleben soll,
wenn ich tot bin,
vor mir stirbt, werde ich
schon vorm Sterben sterben.
Viele Kinder sterben
in unzähligen Ländern der Erde,
ihre Mütter, die noch leben,
sind mitgestorben,
bei jedem Kind mitgestorben,
mehr und mehr gestorben.
Untersuchung zwecks Ausstellung eines
ärztlichen Attestes
Auf dem Bogen
ein kleines Kästchen,
das auf ein Kreuz wartet:
Krankheit und Behinderung?
Dünn geschrieben, ein Zusatz,
auch infolge von Krieg.
Abgetastet werden,
Mann, Frau, Kind,
als könne ihr Fleisch
alte Schmerzen verraten.
Abgehorcht ihre Brustkörper,
als klinge in ihnen
der Hall von Schüssen.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Ihre Schuhe hochhackig,
die Füße wie im Tanz,
bis zu den Fesseln der lange Rock,
das Haar verhüllt
die Laute ihrer Sprache klopfen die Luft,
schmal schwebt ihr Lächeln
durch die Gänge.
Edibe trägt Feuer
an den Schuhen,
drei Kinder an der Hand,
ein paar Kleider, Töpfe, Tüten,
mit denen sie
von Kontinent zu Kontinent raschelt –
aus einer zerschossenen Wohnung
mit zurückgelassenen Fotos
einer gestempelten Existenz.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Eines Tages erreichte der Krieg Deutschland.
Er kam nicht mit Gewehren,
Granaten und Soldaten.
Er kam schlafend
auf dem Arm einer Mutter,
als Säugling.
Er schrie laut,
war hungrig und fror.
Neue Papiere bekam der Vater,
nur einen Staat nicht,
der sie alle nimmt
als seine Bürger.
Was soll ein Krieg
mit Staat und Papier?
Der Krieg will nur
den Krieg.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Zwanzig Jahre fielen
Tabakkrümel auf den Tisch.
Jetzt, da ich gegangen bin,
sehe ich
ihre Muster
auf der leeren Platte
und brauche sie nicht
wegzuwischen,
um mich ihrer
zu erinnern.
Die Herrin der Käse herrscht mit einem Messer. Sie teilt gelbes Gold, weißes, Kräutercreme, Pastete, lockt die Zungen mit einer Messerspitze voller Genuss.
Würziger Duft hängt in ihren Kleidern, die Namen der Käse ihre Regierungserklärung, ihre blonden Locken über der Stirn wippen, wenn sie die Käse wiegt.
Mit den Fingerspitzen berührt sie das Geld, nimmt es, schaut, wie die Kasse es verschluckt.
Untersuchung zwecks Ausstellung eines ärztlichen Attestes
Auf dem Bogen ein kleines Kästchen, das auf ein Kreuz wartet: Krankheit und Behinderung? Dünn geschrieben, ein Zusatz, auch infolge von Krieg.
Abgetastet werden, Mann, Frau, Kind, als könne ihr Fleisch alte Schmerzen verraten. Abgehorcht ihre Brustkörper, als klinge in ihnen der Hall von Schüssen.
Einmal muss ich sterben, aber wenn mein Kind, das doch weiterleben soll, wenn ich tot bin, vor mir stirbt, werde ich schon vorm Sterben sterben.
Viele Kinder sterben in unzähligen Ländern der Erde, ihre Mütter, die noch leben, sind mitgestorben, bei jedem Kind mitgestorben, mehr und mehr gestorben.
In der Neige des Sommers dieser Duft der feuchten Erde dieses Licht direkt auf den Blättern diese langen Schatten auf den Wegen diese Forsythie die blüht als hätte sie sich in der Jahreszeit geirrt diese grüne Erdbeere die unreif vergeht
Nur einmal werde ich hier sein so oft ich wiederkomme
Einmal muss ich sterben, aber wenn mein Kind, das doch weiterleben soll, wenn ich tot bin, vor mir stirbt, werde ich schon vorm Sterben sterben.
Viele Kinder sterben in unzähligen Ländern der Erde, ihre Mütter, die noch leben, sind mitgestorben, bei jedem Kind mitgestorben, mehr und mehr gestorben.
Untersuchung zwecks Ausstellung eines ärztlichen Attestes
Auf dem Bogen ein kleines Kästchen, das auf ein Kreuz wartet: Krankheit und Behinderung? Dünn geschrieben, ein Zusatz, auch infolge von Krieg.
Abgetastet werden, Mann, Frau, Kind, als könne ihr Fleisch alte Schmerzen verraten. Abgehorcht ihre Brustkörper, als klinge in ihnen der Hall von Schüssen.
Untersuchung zwecks Ausstellung eines ärztlichen Attestes
Auf dem Bogen ein kleines Kästchen, das auf ein Kreuz wartet: Krankheit und Behinderung? Dünn geschrieben, ein Zusatz, auch infolge von Krieg.
Abgetastet werden, Mann, Frau, Kind, als könne ihr Fleisch alte Schmerzen verraten. Abgehorcht ihre Brustkörper, als klinge in ihnen der Hall von Schüssen.
Zwanzig Jahre fielen Tabakkrümel auf den Tisch. Jetzt, da ich gegangen bin, sehe ich ihre Muster auf der leeren Platte und brauche sie nicht wegzuwischen, um mich ihrer zu erinnern.
Die Herrin der Käse herrscht mit einem Messer. Sie teilt gelbes Gold, weißes, Kräutercreme, Pastete, lockt die Zungen mit einer Messerspitze voller Genuss.
Würziger Duft hängt in ihren Kleidern, die Namen der Käse ihre Regierungserklärung, ihre blonden Locken über der Stirn wippen, wenn sie die Käse wiegt.
Mit den Fingerspitzen berührt sie das Geld, nimmt es, schaut, wie die Kasse es verschluckt.
Eines Tages erreichte der Krieg Deutschland.
Er kam nicht mit Gewehren,
Granaten und Soldaten.
Er kam schlafend
auf dem Arm einer Mutter,
als Säugling.
Er schrie laut,
war hungrig und fror.
Neue Papiere bekam der Vater,
nur einen Staat nicht,
der sie alle nimmt
als seine Bürger.
Was soll ein Krieg
mit Staat und Papier?
Der Krieg will nur
den Krieg.
Einmal muss ich sterben,
aber wenn mein Kind,
das doch weiterleben soll,
wenn ich tot bin,
vor mir stirbt, werde ich
schon vorm Sterben sterben.
Viele Kinder sterben
in unzähligen Ländern der Erde,
ihre Mütter, die noch leben,
sind mitgestorben,
bei jedem Kind mitgestorben,
mehr und mehr gestorben.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.
Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.
Gestern wurde Kafka verramscht.
Halbverdeckt vom Heilfasten
und der Kraft der Steine,
entdeckte ich seinen Namen.
Viele eilige Finger
hatten ihre Abdrücke
auf dem Umschlag hinterlassen,
flüchtiges Blättern,
die Seiten geknickt
und die Wörter
achtlos wieder weggeworfen.
Ich erwischte eine Ecke von ihm,
zog, und ein Buchstapel
voller küssender Münder
und hungriger Umarmungen
fiel in sich zusammen,