Lyrik kracht - lyrix Bundeswettbewerb im September für junge Menschen zwischen 10 und 18 Jahren

30. September 2026
18 days remaining

 

https://bundeswettbewerb-lyrix.de/

 

Wie klingt euer Morgen? Welche Dinge begegnen euch jeden Tag auf dem Weg zur Schule? Was passiert immer wieder und was ist jedes Mal ein bisschen anders? Unser Alltag besteht aus vielen kleinen Momenten, die sich aneinanderreihen. Manche bemerken wir sofort, andere erst, wenn wir einmal ganz genau hinschauen oder hinhören.

Ein Museum für verschwindende Geräusche
Wie sehr Geräusche zu unserem Alltag gehören, zeigt das Projekt „Conserve the Sound“. Das Online-Museum sammelt Geräusche, die heute kaum noch zu hören sind oder langsam verschwinden: zum Beispiel das Klingeln eines Wählscheibentelefons, das Klappern einer Schreibmaschine, einen Walkman oder das Geräusch einer alten Handytastatur.

Was heute selbstverständlich klingt, kann irgendwann verschwunden sein. Und ein Geräusch kann an einen bestimmten Ort, eine Situation oder eine Zeit erinnern.

Schaut euch einmal im Online-Museum um und hört genau hin: Welche Geräusche kennt ihr? Welche sind euch fremd? Und welche Geräusche aus eurem eigenen Alltag würdet ihr gerne für später aufbewahren?

Eure Schreibaufgabe im September
Schreibt ein Gedicht über die Reihe von Momenten in eurem Alltag. Das kann ein Tag sein, eine Woche, euer Schulweg oder ein Ort, an dem ihr oft seid.
Schaut und hört dabei genau hin: Welche Geräusche, Bewegungen, Gerüche, Farben oder Gesten begegnen euch immer wieder? Was bleibt gleich und was verändert sich? Welche kleinen Dinge gehören für euch unbedingt dazu?
Ihr könnt auch mit der Form eures Gedichts spielen: Reiht Wörter, Beobachtungen oder Verse aneinander, wiederholt sie oder verändert sie Stück für Stück.
Welche Reihe erzählt von eurem Alltag?
Wir freuen uns auf eure Gedichte!

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Wiederholung und Veränderung: Philip Glass
Auch Musik kann aus Wiederholungen entstehen. In „Opening“ aus Glassworks (1982) des US-amerikanischen Komponisten Philip Glass kehren kurze musikalische Muster immer wieder. Verschiedene Rhythmen überlagern sich, Akkorde wiederholen sich – und trotzdem klingt nicht jeder Moment gleich. Kleine Veränderungen sorgen dafür, dass sich die Musik ständig weiterbewegt.

Philip Glass ist bekannt für Kompositionen, die mit solchen wiederkehrenden Strukturen arbeiten. Hört euch „Opening“ einmal an: Welche Muster erkennt ihr? Was bleibt gleich, was verändert sich? Und entsteht gerade durch die Wiederholung vielleicht etwas Neues?

Wer genauer wissen möchte, wie das Stück aufgebaut ist, findet in diesem Video eine musikalische Erklärung.

Was liegt zwischen Anfang und Ende? Ọlaide Frank
Auch in unserem Monatsgedicht „ABGRÜNDE“ von Ọlaide Frank erscheint das Leben als eine Abfolge. Das lyrische Ich beschreibt es als „eine Reihe von Entscheidungen“, als „eine Reihe von Orten, Personen, Verletzungen, / Lieben und Abgründen“. Unterschiedliche Erfahrungen und Gefühle stehen nebeneinander und gehen ineinander über.

Ọlaide Frank selbst beschreibt ihr Gedicht als Auseinandersetzung mit „schwer auszuhaltenden Gleichzeitigkeiten“. Glück und Schmerz können zur selben Zeit da sein, Selbstakzeptanz und Selbstsucht liegen nah beieinander, der Selbsthass „liebt sich auch“. Zugleich geht es um ungleich verteilte Privilegien und darum, dass diese Verteilungen oft nicht gesehen werden: Menschen leben zur gleichen Zeit in sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten und unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen.

Die Frage „Wo ist die Harmonie zwischen diesen Zuständen“ lässt sich damit sowohl persönlich als auch gesellschaftlich lesen: Wie halten wir Widersprüche aus? Was nehmen wir wahr und was übersehen wir? Und wie gehören all diese unterschiedlichen Zustände trotzdem zu derselben Welt?

Wie in der Musik von Philip Glass stehen dabei verschiedene Elemente nicht einfach nacheinander. Sie existieren auch gleichzeitig, überlagern sich und ergeben miteinander etwas Neues.

Eure Schreibaufgabe im September
Schreibt ein Gedicht über euer Leben als Abfolge. Reiht Tage aneinander wie Wörter, Szenen oder Verse. Ihr könnt mit Anfängen und Enden, Wiederholungen und Brüchen arbeiten: Was kommt immer wieder? Wo verändert sich etwas? Was unterbricht die Reihe?
Vielleicht merkt ihr beim Schreiben auch, dass sich nicht alles nacheinander erzählen lässt. Was passiert gleichzeitig? Welche Erfahrungen oder Gefühle widersprechen sich und gehören trotzdem zusammen?
Ordnet ihr euer Leben im Gedicht – oder bringt ihr es erst durcheinander?
Wir freuen uns auf eure Gedichte!

 

 

 

Schreíben in zwei Altersgruppen 10 bis 14 Jahre und