„Erdrutsch der Zeit“ – neuer Lyrikband von Thomas Bartsch - Celler Presse berichtet
Der in Celle geborene, mit dieser Stadt privat und künstlerisch nach wie vor intensiv verbundene und aktuell in Walsrode lebende Lyriker Thomas Bartsch hat nach drei Gedichtbänden und seinem Essay „Sisyphos oder Die Kunst der Wende“ ein weiteres Buch im Geest-Verlag veröffentlicht.
Es handelt sich um den Lyrikband „Erdrutsch der Zeit“. Der Autor setzt sich dichterisch – neben gesellschaftskritischen Anklängen – mit dem Themenkomplex von Individualität, Beziehung, Stille, Abschied, Loslassen und Neuorientierung auseinander. Mit seiner Wortkunst gestaltet er das Erinnerungsphänomen komplex verwobener, einander durchdringender Erlebnisinhalte. Das Leben erscheint in dieser Dimension nicht als eine chronologische Abfolge von Ereignissen und Abschnitten, sondern wie ein Ineinandergleiten traumgleicher Bilder und Szenen. Trotz einer vom Autor durchaus beabsichtigten melancholischen und weichen Grundströmung enthält dieses Werk auch heitere und ironisch-kritische Wendungen, die aufmerken lassen, ein Schmunzeln auslösen oder zu einer Positionierung anregen. Wie in seinen vorangegangenen Büchern bleibt Bartsch auch in seinem neuen Werk seiner Linie treu: Er schreibt ohne Schnörkel und Umschreibungen, metaphorisch auf Wesentliches reduzierend, pointierend, dabei immer authentisch und spürbar biografisch. Hierzu schreibt der Verdener Autor Dr. Holger Küls in seiner Buchbesprechung vom 07.06.2026: „Auffällig ist, mit wie wenig Bartsch auskommt. Er arbeitet mit wenigen, aber treffenden Bildern, die mehr andeuten als ausmalen. So entsteht Raum für eigene Erinnerungen und eigene Gedanken. Die Sprache ist einfach, aber nie leer; nachdenklich, aber nicht schwer. Wo andere Gedichte ihre Bilder anhäufen, vertraut Bartsch auf das Weglassen und auf die Kraft des Ungesagten.“
Die Autorin, Religions- und Kulturwissenschaftlerin Sybille Fritsch-Oppermann resümiert in ihrer Rezension (03.06.2026): „Er (Bartsch) sieht der Welt und dem Leben […] ins Gesicht; beschönigt oder vertröstet nicht. Aber – er gibt, manchmal in Reime mündend,
Bau-Zeichnungen für Häuser mit auf den Weg, in denen die romantische Sehnsucht, die wir Menschen letztlich doch alle teilen, nach Einssein und Heilsein, Schutz finden kann. Für eine Weile. So lange als eben nötig. Und das immer so, dass es beim Lesen reizt, eigene Schutzräume zu ersinnen und zu entwerfen.“
Der 100 Seiten umfassende Lyrikband (ISBN 978-3-69064-568-3) ist für 14,00 Euro im Buchhandel und direkt beim Geest-Verlag erhältlich.
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