Die Wichtigtuer und das ein oder andere, das cool ist! Ein besonderes Projekt von Sina Hulten und Andreas Luckey (Stätte der Begegnung) geht in die Arbeit
Ein Impuls- und Experimentierbuch IChtlQ ist
Intention
Was ist wirklich wirklich wichtig? Worauf kommt es wirklich an? Was wollen wir zukünftigen
Generationen mitgeben?
Durch Gedanken-Experimente, Erlebnisimpulse und Antworten von verschiedenen Persönlichkeiten,
darunter Kinder, Polizeibeamte, Häftlinge, Unternehmer, Obdachlose und Prominente wie Hellmuth
Karasek, Otto Waalkes, Frida Gold, Joris, Roger Willemsen, Thomas Hitzlsberger, Gregor Gysi,
Christian Wulff und vielen anderen wird der Leser eingeladen, sich sein eigenes Wertegerüst bewusst
zu machen. Denn wir können uns entscheiden, auf welchem Fundament wir unser Leben gründen.
Was in den vielen Mikrosituationen des Alltags untergeht, erschließt sich durch ein bewusstes
Zurücktreten und Sichten unserer Einstellungen, Haltungen und Werte. Gewinnt dieses Rückgrat an
Kontur, können wir uns daran immer wieder neu aus- und aufrichten, um so eine proaktive Rolle in
sich vielfach verändernden Lebensumständen einzunehmen. Das Bouquet der Interviews,
Experimente, Gedankenimpulse und Anekdoten bietet einen reichhaltigen Überblick über die Vielfalt
an Antworten auf die wesentlichen Fragen des Lebens und unterscheidet sich von den unzähligen
Veröffentlichungen, die nur eine Blickrichtung und eine einseitige Konzeption anbieten. Dies ist in
einer globalisierten Welt nicht mehr zeitgemäß. Zudem maßen sich die Herausgeber und Autoren
nicht an, die Frage nach dem wirklich Wichtigen abschließend zu beantworten. Die vielen, oft auch
emotionalen, Zugänge zu den wesentlichen Themen des Lebens rütteln auf und sensibilisieren für die
besondere Bedeutung, die außergewöhnlichen, herausfordernden oder kritischen Situationen
innewohnt: Hier entscheidet sich, auf welches Fundament wir unser Leben gründen.
Der Leser erfährt, was anderen Menschen - darunter auch solchen, die unsere Gesellschaft
entscheidend mitgeprägt haben - wirklich wichtig ist und erhält vielfältige Inspirationen, wie er den
Spielraum im eigenen Leben mit Sinn füllt. So klar und praktisch erfahr- und umsetzbar, dass die
eigene Bedeutung als unabkömmliches Teil eines neuen Paradigmas für den Leser spürbar wird. Er
kann mit seinem Beitrag eine neue Epoche mit gestalten. Eine Epoche, in der entscheidende Zusammenhänge zwischen individuellem Verhalten und kulturellem Klima in unserer Gesellschaft
verinnerlicht wurden. Drei Jahre nach dem Aufflammen der Willkommenskultur in Deutschland kann
2018 mit dem Buch zu einem Jahr werden, das eine fundamentale Schwelle markiert: Weg von
Selbstherrlichkeit hin zu einer Gesellschaft der Vielfalt, die im tiefsten Herzen weiß, was eigentlich
zählt - und auch dementsprechend handelt. Demnach kommt es nicht darauf an, wer wir sind, woher
wir kommen und was wir können, sondern es kommt darauf an, was wir daraus machen.
Durch das moderne Layout und einen erfrischend zeitgemäßen Sprachduktus wird der spielerische
Charakter dieses Erkenntnisprozesses ansprechend in Szene gesetzt: Als Leser habe ich das Gefühl,
von der ersten Seite an eingebunden zu sein in einen Prozess, der mich beim Lesen transformiert -
ich bleibe nicht auf dem Theatersessel sitzen und verfolge passiv, was andere zu dem Thema zu
sagen haben, sondern setze mich durch das Gelesene und die Impulse mit meiner eigenen Haltung
auseinander. Die motivierende Didaktik des Buches - die Autoren haben viel Erfahrung in der Jugend-
und Erwachsenenbildung - stellt sicher, dass mir als Leser nicht ein linearer Leseprozess
aufgezwungen wird. Stattdessen kann ich das Buch wie eine Schatzkarte nutzen, die durch das
Anregen direkter Erfahrungen mit dem Thema all meine Sinne in die Sinnsuche einbezieht.
Den besonderen Reiz des Buches macht die Diversität der befragten Personen aus. Auch kontroverse
Personen wie Thilo Sarrazin haben wir getroffen und interviewt. Was dabei deutlich wird: Durch die
sozialpsychologisch nachvollziehbare Aufwertung der eigenen Sichtweise und die Abwertung von
Personen, von denen wir uns distanzieren wollen, beschneiden wir unseren eigenen Möglichkeitsraum
- statt Anstöße zum Denken und Umdenken zu bekommen, richten wir nur allzu häufig den Fokus auf
das, was uns vom anderen unterscheidet. Diese Form der Psychohygiene hat ihren Preis, denn je
mehr wir uns von konträren Sichtweisen abschotten, desto mehr erschaffen wir uns ein Wohlfühl-
Biotop, in dem wir Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen können.
Wir sind überzeugt: Die Konfrontation mit unterschiedlichen Sichtweisen schafft die Bereitschaft, uns
über unsere Werte zu verständigen - auch und besonders mit Andersdenkenden. Mit der dadurch
erzeugten Reibung kann wirklicher Wandel in Gang kommen. Zu dieser Reibung wollen wir mit dem
Buch beitragen. Denn Reibung wärmt nicht nur das Herz, sondern inspiriert zu neuen Einsichten.
Wenn wir nicht nur - wie die Rädchen im Getriebe - funktionieren, sondern auch mal das Lenkrad
selber in die Hand nehmen wollen, dann sollten diese Fragen in das Zentrum unserer
Lebensgestaltung rücken und zugleich eine längst erforderliche gesellschaftliche Debatte in Gang
setzen. Denn der breit angelegte Interview-, Experimentier- und Textband bietet auch eine
Standortbestimmung unseres derzeitigen Wertegerüsts, was angesichts aktueller Debatten auf eine
große Medienresonanz stoßen dürfte.