Dieter Radtke - Kriegsgedicht

Kriegsgedicht
(05.03.2022)

Krieg –
Die Sonne verhängt
Mit schwarzen Tüchern

Geruch von verbranntem
Metall in der Luft

Ich lebe
Wie eine Kellerassel
In Angst vor der nächsten
Detonation

Der Feind
Ist ein Fremder
Er tötet –

Bevor er zum Freund
Werden könnte –

Die Reden seines Präsidenten
Im Kopf

Und gut gesichert
Trägt er die Fotos
Von Frau und den Kindern
Immer bei sich


Wenn die Stadt 
Von der Vorhölle
Zur Hölle mutiert

Und brennendes Metall
Seine Lungen zerfetzt –

Sein letzter Gedanke:
Warum ist die Sonne
Schwarz?