Frank Maria Fischer - Immer wenn der kleine Tobi
Immer wenn der kleine Tobi im Unterricht vom Lehrer aufgefordert wurde, aufzustehen und ein Gedicht aufzusagen, steckte er seinen Finger in das Loch, das er in sein Pult gebohrt hatte. Das half gegen die Angst und gegen das Stottern.
Eines Tages tastete er nach dem Loch, als er wieder aufgerufen wurde. Doch irgendjemand hatte das Loch heimlich vergrößert, sodass Tobi ins Leere griff. Seine Hand und sein Arm verschwanden im Pult. Erschrocken suchte er nach Halt, verlor aber die Orientierung. Er stürzte kopfüber, sah noch sein Schulbrot und an die Unterseite des Pultes geklebte Kaugummis. Dann war er verschwunden.
„Wo ist Tobi?“, fragte die Lehrerin.
Die übrigen Schüler schüttelten die Köpfe.
Am nächsten Tag hatten sie alle kleine Löcher in ihre Pulte gebohrt.