Gottfried Meinhold - Lachverbot und Heiterkeitspflicht - Im Anhang ein Gespräch mit Carsten Gansel (Bindung)


 


Gottfried Meinhold

Lachverbot und Heiterkeitspflicht

Kurzprosa

Mit einem Gesprächsanhang

Carsten Gansel und Gottfried Meinhold

Geest-Verlag 2026

ISBN 978-3-69064-576-8

328 S, 15,- Euro

Der vorliegende Band versammelt Erzälungen des Autors von den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts bis heute. Das Im Anhang befindliche umfangreiche Gespräch zwischen Carsten Ganzel und  Gottfried Meinhold gibt die Möglichkeit der Einordnung des Schreibens in die literarische und gesellschaftliche Entwicklung der DDR und der BRD. 

Gottfried Meinhold wuchs in Erfurt auf, wo er 1954 auch sein Abitur am heutigen Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt[1] ablegte und am Pädagogischen Institut Erfurt studierte. Nach dem Staatsexamen als Deutschlehrer 1956 war er Lehrer an der Wilhelm-Pieck-Schule Stadtilm und studierte als Externer an der Universität Jena. Nachdem er 1959 ein Diplom in den Fächern Sprechwissenschaft und Germanistik erworben hatte, war er ab 1960 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitäts- und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Lehrbeauftragter am Institut für Sprechkunde und Phonetische Sammlung der Universität. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in Phonetik, Sprechwissenschaft, Logopädie, Sprachwissenschaft und Kommunikationswissenschaft.

Meinhold promovierte 1964 an der Humboldt-Universität Berlin und war dann Lektor am Institut für Sprechwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität, später Abteilung Sprechwissenschaft des Germanistischen Institutes. 1968 erfolgte seine Habilitation und 1971 die Ernennung zum Dozenten für Phonetik und Sprechwissenschaft an der Universität Jena. Ab 1985 war Gottfried Meinhold außerordentlicher Professor an der Universität Jena und hatte im Wintersemester 1989/90 eine Gastprofessur an der Universität Heidelberg inne.

1990 wurde er als Mitglied des Wissenschaftlichen Rates sowie des Fakultätsrates der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität gewählt und war 1990 bis 1993 Prorektor für Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, ehe er zum Universitätsprofessor an der Friedrich-Schiller-Universität ernannt wurde. Seit 2001 befindet er sich im Ruhestand.

Meinholds literarische Tätigkeit geht zurück bis in die Sechzigerjahre; Veröffentlichungen waren aber erst sehr viel später durchzusetzen. Er nutzt in manchen seiner Bücher die Möglichkeit phantastischer, utopischer Verfremdung, um philosophisch brisante und gesellschaftskritische Fragen anzugehen. Das wurde ihm in der DDR als „politisch angreifbare“ Systemkritik angelastet. Deswegen wurde die Publikation etlicher Romane und Erzählungen behindert: Der Roman Weltbesteigung musste sieben Jahre auf seine Drucklegung warten, der Roman Sein und Bleiben acht Jahre. Die Grenze und der Roman Edermann sowie frühe Versionen des Romans Die Grube, 1968/72 verfasst, wurden nicht publiziert. 1983 inszenierte die Staatssicherheit im Zusammenhang mit dem Roman Sein und Bleiben gegen den Autor einen zielgerichteten IM-Einsatz „zur Verhinderung, Aufklärung und Bekämpfung politischer Untergrundtätigkeit“.
 

Im Geest-Verlag von Gottfried Meinhold zudem erschienen: