Hans-Hermann Mahnken - Bist du nur Widerhall all unsrer Rufe (zu den heutigen Beiträgen von Andreas Peters und Dieter Krenz)
Bist Du nur Widerhall all unsrer Rufe?
I
Verzeih, dass ich in tiefer Nacht
trotz meiner Zweifel sacht an Deine Türe klopfe
wie ein Kind, da ich von fern noch Licht
im Fenster sah und hoffe, dass ich Dich
nicht schlafend find’. Wer bin ich schon, dass ich
Dich stören dürfte einfach so in Deinem
Sein? Und doch … vergib mir diese Frage:
Fühlst Du Dich nicht verloren und allein?
II
Ist meine Frage eitle Projektion?
Wer an Dir zweifelt, sucht Dich, Herr,
und wer Dich sucht, versucht Dich manches Mal,
doch die Dich finden, binden Dich
an Dogmen, Rituale und Gebärden …
Worte können Waffen sein - selbst ein Gebet!
III
Ich will schweigen, schweigen wie die Bäume,
durch deren Laubwerk Licht als ungetrübte
Freude schattenspielend niederströmt -
und wenn im Herbst die Blätter fallen,
so fallen wir ins Bodenlose oder
sinken sanft in Deine Hand.
(Hans-Hermann Mahnken)