Jenny Schon gewähltes Mitglied im P.E.N. und Rezension vom 'Fus s volk'

Zur gewählten Mitgliedschaft im P:E:N. gratulieren wir Jenny Schon ganz herzlich.

 

Jenny Schon:
Fus-s-volk – Gedichte
321 Seiten, geb., TB-Format, zahlreiche Fotos, Geest-Verlag, Vechta 2012, ISBN 978-3-86685-386-7, € 15,00
Jenny Schon ist im böhmischen Riesen-gebirge geboren und als kleines Kind vertrieben worden. Zu ihrer Riesenge-birgsheimat hat die studierte Sinologin erst verhältnismäßig spät einen dafür umso intensiveren Zugang gefunden. Der vorliegende Gedichtband gestattet einen Einblick in das Fühlen und Denken Jenny Schons  seit  ihren  jungen  Tagen

bis heute – in ein äußerst bewegtes und vielgestaltiges Leben, das sie zunächst vom Rheinland nach Berlin führte und von da aus in zahlreiche Teile unserer Welt. Es war wohl alles andere als das, was man gemeinhin als bürgerliches Leben bezeichnet – es war ein Leben voll Protest und Eigenwilligkeit, wie es auch ihre zahlreichen Publikationen bezeugen. Der vorliegende Gedichtband ist also so etwas wie ein Spiegelbild einer Lebensepoche, geschrieben als eigenwillige Poesie mit eigenwilliger Schönheit. „Meine Gedichte spiegeln den Zeitgeist aus damaliger Sicht“, schreibt Jenny Schon in ihrem Vorwort, und sie fügt hinzu: „Die Reisen seit 1992 in das unbekannte Land meiner frühen Kindheit – Böhmen – haben mich zu einem von der ‚Wilden Vertreibung‘ im Sommer 1945 traumatisierten Ich ge-führt.“ Fotos von sich und aus ihrer Le-benswelt ergänzen den Band ebenso wie ein „Marginalien“ genannter Anhang, in dem sie Hinweise gibt zu Personen und Lebenssituationen. „Jenny, in deinen Gedichten bist du ganz du, wie ein Fisch im Wasser“, schreibt eine Rezensentin, und so ist es wohl: Um der Persönlichkeit Jenny Schons näher zu kommen, sollte man unbedingt diese Gedichte lesen.

aus:

Nachrichten der Sudetendeutschen in Baden-Württemberg