NWZ berichtet über das Buch und die Premiere 'Die andere Geschichte' am Samstag, 05.09. im Cloppenburger Museumsdorf
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Von der Selbsthilfe zur Buchpremiere – Sieben bewegende Geschichten aus dem Landkreis Cloppenburg
Buchpremiere in Cloppenburg: Sieben Autorinnen und Autoren bewältigen Vergangenes – ihr Buch „Die andere Geschichte“ erzählt von Mut, Identitätsfindung und dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben.
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Laden zur Buchpremiere ein (von links): Babette Poelmeyer, Johannes Korte, Frank Schwarz, Andrea Poppe-Aumüller (Leiterin Kontaktstelle), Verleger Alfred Büngen, Darja Miller (Kontaktstelle), Sandra Klein, Dieter Tödiera, Marina Rieke und Musiker Jens Fehner. Es fehlt: Lena Miz.
Cloppenburg - Das Leben schreibt die schönsten, aber auch die schicksalhaftesten Geschichten. Traumatische Erlebnisse, körperliche und seelische Verletzungen beeinflussen das Selbstbild und hinterlassen tiefe Spuren. Sandra Klein, Johannes Korte, Lena Miz, Babette Poelmeyer, Marina Rieke, Frank Schwarz und Dieter Tödiera kennen Krisen und Teufelskreise, aber haben sich ihrer Biografie mit all ihren Belastungen gestellt. Es sind sieben Menschen aus dem Landkreis, die nun zu Autoren wurden, um ihre Erinnerungen festzuhalten. „Die andere Geschichte - Sieben Leben“, heißt das Buch, das sie gemeinsam mit der Cloppenburger VHS-Kontaktstelle für Selbsthilfe im Dorfkrug des Museumsdorfes in Cloppenburg öffentlich vorstellen.
Auf 312 Seiten nehmen sie ihre Leser mit in ihre zum Teil schwierige Kindheit. Sie sprechen über das Erwachsenwerden und traurige Schulzeiten. Sie blicken auf die erste Liebe zurück, berichten von Krankheiten und Rückschlägen, aber auch von Widerstandskraft, Stärke und Halt. „Es hätten genauso gut 700 Seiten werden können“, betont Alfred Büngen, der eng mit der Gruppe zusammenarbeitete und die Neuerscheinung vermarktet.
Beeindruckt
Tief beeindruckt zeigt sich der Inhaber des Visbeker Geest-Verlages von der „Offenheit und dem Mut, auch von den dunklen Seiten zu schreiben.“ Beim Durchlesen mancher Manuskripte seien ihm schon mal die Tränen gekommen, gesteht der Verleger und bedankt sich für das Vertrauen der Frauen und Männer, deren Geschichten bundesweit in Buchhandlungen sowie Online-Plattformen erhältlich sind. „Ein besonderes Buch voller Mut, Hoffnung und persönlichen Erfahrungen“, heißt es in der Einladung zur Premiere. Ein Buch, das bewegt und vielfach „spannender zu lesen ist als jeder Roman“, unterstreicht Büngen.
Die Autoren sind Mitglieder unterschiedlicher Selbsthilfegruppen, haben über eine Schreibwerkstatt schon mal zu Papier und Stift gegriffen und „daraus wurde dann mehr“, informiert Andrea Poppe-Aumüller, Leiterin der Kontaktstelle und Initiatorin des Projekts. Nicht zuletzt deshalb, „weil wir festgestellt haben, dass auch Schreiben hilft, das eigene Leben zu reflektieren“, sagt Dieter Tödiera. Als Kind nehme man die Dinge so hin und hinterfrage nicht, erklärt er im Einklang mit seinen Mistreiterinnen und Mitstreitern. Doch wenn man sich als Erwachsener mit seiner Identität auseinandersetze, lerne man, dass Gewalt, Missbrauch oder Mobbing nicht normal seien und begreife, woraus Depressionen, Übergewicht oder Alkoholmissbrauch resultierten. „Man gibt sich häufig selbst die Schuld, bevor einem die Augen geöffnet werden.“
Herausforderungen
Heute stehen die Sieben selbstbestimmt im Leben und nehmen die Herausforderungen an. „Wir sind stabil und nicht auf der Strecke geblieben“, bekräftigen die Verfasser, die die offizielle Vorstellung ihres Gemeinschaftswerkes begleiten und sich auf „anregende Gespräche“ mit ihren Gästen freuen.
Buchpremiere
Zur Buchpremiere „Die andere Geschichte - Sieben Leben“ laden Initiatoren und Autoren am Samstag, 5. September, ab 15 Uhr in den Dorfkrug des Cloppenburger Museumsdorfes ein. Für die musikalische Begleitung sorgt Jens Fehner. Für die Besucher der Veranstaltung ist der Eintritt in das Museumsdorf an diesem Tag zum ermäßigten Preis von 6 Euro möglich.