Sigune Schnabel - Versprich mir aufzuwachen
Versprich mir aufzuwachen
Du schläfst so weich
auf der Gewohnheit, die schon Federn lässt.
Ich gehe hin und her,
um einen Satz zu finden
für die Zeit, die uns entgleitet.
Über die Rückseite leitet der Mond
Kälte ab.
Ich wusste nicht,
dass seine Sichel
jede Nacht mein Wortfeld mäht.
Zu später Stunde späht
der Himmel weit ins Jahr.
Nach deinem Tod wächst Enzian
über meine Briefe.