16.08.2026 - aktueller Autor - Wolfgang Mayer König
EIN UNLEBENDIGES KOMMT ZUR WELT sich in taten zu verwirklichen und mit wechselbälgern in die gewohnheit als er mensch wurde ging es ihm um vorsprung und schonung darüber vergaß er ganz die erfahrung die dabei frei die dressur die ihm beigebracht wurde so lebt er nun schon seit jahrzehnten es ließe sich ebenso gut tapferkeit vor dem feind nennen nicht vor dem in einem selbst sondern vor dem plötzlich draußen in der welt was aber ist wirklich geschehen mit uns schon wuchs gras auf der lavasekunde schon schichteten sich jahrhunderte über das ereignis als welche kamen die Wahrheit mit gips auszugießen bis in die letzten hohlräume ertappten sie unablässige gesten könnte man x oder y über den hergang des ereignisses befragen jeder wusste es anders zu berichten
Wolfgang Mayer König
Dichtungen
Sämtliche Gedichte
Geest-Verlag 2026
ISBN 978-3-69064-577-5
15,00 Euro
Wolfgang Mayer König,
geb. 1946 in Wien, Schriftsteller und Universitätsprofessor, lebt in Graz. Gründer des Österreichischen Universitätsliteratur- forums „Literarische Situation“, Herausgeber der „Zeitschrift für internationale Literatur“. Autor vieler literarischer, in mehrere Sprachen übersetzter Bücher. Mitglied des Schriftstellerver-bandes, des österreichischen PEN u. a. Zahlreiche Literatur-preise und Ehrungen, u. a. Theodor-Körner-Preis für Literatur, Wiener Kunstfondspreis, Kulturmedaille des Landes Oberöstereich.
„Hier ist die knappe poetische Einsicht, das Leid der anderen und des anderen Einzelnen laut geworden, auf präzise, nirgends übertriebene Art. Mayer König weiß zu sehr von den „mißglückten Worten“, als daß er sich nicht wappnete, selber in diese Lage zu kommen. Mayer König's Gedichte haben den „Nerv“
für das Empfindliche von labilen Verfassungen, Augenblicken, Erscheinungen, sensiblen Schwierigkeiten und Verwirrungen.“
KARL KROLOW, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, in: Die Zeit, Hamburg
Mayer König's Texte gehören zu den einfallsreichsten Varianten in der Nach-Schwitters-Phase der Neo-Dadaisten.
PETER JOKOSTRA, in: Rheinische Post
Eine Fülle von waghalsigen Assoziationsketten schließen sich zu knappen, sprachlich ohne überflüssiges Beiwerk auskom-menden Wortgebilden. Die erstaunliche gedankliche Volte, der überraschende Gedankensprung, das kunstvoll gedrechselte Wortgebilde stehen im Mittelpunkt.
Wochenpresse