Gedicht des Tages

Herbert Mannel - Verqualmter Raum (Gedicht des Tages)

Mannel, Herbert - Jeder küsst nur seinen Schatten

Verqualmter Raum.
Musik dröhnt in meinem Kopf.
Schau noch ab und zu zur Tür, vergeblich.
Ein alter Mann in der Ecke schläft.
Verdammter Alkohol.
Von draußen das Lachen eines Liebespaares.
Komm schenk noch mal ein.
Frag nicht lange.
Tiefe Wunden heilen schlecht.
Nicht nur Rosen haben Dornen.


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Uwe Rosner - Einmal mehr (Gedicht des Tages)

Ich bin der Schrei, den du nicht hörst,
ich bin der Schwur, den du nicht schwörst,
ich bin das Lachen, das dir vergeht,
eine Erinnerung, die schnell verweht.

Ich bin der Weg, den du verschmähst,
ich bin der Wind, der von vorne bläst,
ich bin die Nacht, die du verneinst,
der Mann, den du nicht meinst.


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Carina Göbel - Püppchen (Jugendliche melden sich zu Wort)

Carina Göbel
Püppchen

 

 


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Melissa Meinhardt - Was uns bleibt (Jugendliche melden sich zu Wort)

 

Was uns bleibt

Was bedeutet Morgen?
Morgen bedeutet Zukunft.
Was bringt die Zukunft?

Wir, die wir in einem Jahr das Abitur haben werden, erhoffen uns
viel von der Zukunft: einen Ausbildungsplatz, ein gutes Studium, einen
Job, der Spaß macht und bei dem man dazu noch gutes Geld verdient.

Aber ist das die Realität?


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Marianne Pumb - Steinchen schmeißen (Gedicht des Tages)

 

Nur so zum Spaß
spielen wir dieses Spiel.

Formen unsere Worte
zu Steinchen
und zielen aufeinander.

Aus Steinchen werden
Steine, Felsbrocken ...

Eine Stunde Ehrlichkeit,
wer trifft am besten?

Nur so
zum Spaß –
versteht sich.


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Pablo Neruda -Ostseeruinen (von Pablo Neruda autorisierte Übersetzung aus dem chilenischen Spanisch von Heinz Fischer, München )

 

 

Ostsee-Ruinen

Danzig, vom Krieg zersiebt,
zerrissene Rose -
wie ein Gespenst unter Gespenstern,
zwischen dem Meergeruch
und dem hohen hellen Himmel,
zwischen orangesilbernen Trümmern,
ging ich durch deine Ruinen.
Der Nebel drang mit mir ein,
die eisige Schwade,
und im Herumirren
entwirrte ich die Straßen
ohne Häuser und Menschen.


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Karin Flörsheim - Sternenteppich (Gedicht des Tages)

Der gelbe Sternenteppich
Auf dem wir
Zeitlich starben
Ist uns Brücke
Regenbogen
Zwischen Zeit
Und Ewigkeit


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Siegfried Gebhardt - Meine Tage (Gedicht des Tages)

meine tage

 

meine tage waren gezählt

dachte ich

aber ich wusste nicht welche

 

wahrscheinlich

dacht ich

dies sei ein guter gedanke

 

ich schnaubte ein bisschen

quatsch

und gezählt

nirgends steht

welche zahl gilt


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Elisabeth Lichter - Im Flüchtigen (Gedicht des Tages)

 

Im Flüchtigen

Neben dem Mann
angeleint mit gesenktem Kopf
trottet der Hund

Befreit das Tier
im brackigen Wasser ein Bad
Spuren setzen die Pfoten
deutlich dann schwach dann nicht mehr

Die Fährte verblasst
verdunstet das Zeichen
ein Hund von dort lief er
wohin

Im Flüchtigen eine Berührung
Spuren dass sie vergehen
sie waren sie sind
auf dem Weg


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Marianne Pumb - Ausgegangen (Gedicht des Tages)

Ausgegangen

Ich möchte ausgegangen werden
Doch wohin
Wie wird das sein dort oben
Oder nichts

Mein Leib mein Leben
Will ertötet werden
Doch ach beileibe nicht
Ich will leibhaftig sein

Und bin ich auch beleibt
Leibeigen noch dazu
Von meiner Kümmernis  
Ich möchte Ruhe finden

Möcht rastend mich erquicken
Trübseligkeit leb’ wohl
Und Not um mich herum
Lebt ab, lasst mich allein

Ich will lebendig sein


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