lyrix ist der Bundeswettbewerb für junge Lyrik. Jeden Monat können Kinder und Jugendliche von 10 bis 20 Jahren ihre Gedichte zu einem bestimmten Thema online einreichen, dabei werden die Themen zweifach aufbereitet, einmal für die Altersgruppe 10 bis 14 und einmal für 15- bis 20-Jährige. Je ein zeitgenössisches Gedicht sowie ein Museumsexponat bieten Inspiration für das eigene Schreiben. Aus allen Einsendungen im Raum Deutschland, Liechtenstein, Österreich, Luxemburg und der Schweiz wählen zwei Jurys jeden Monat 6 Gewinner*innen pro Altersgruppe aus. Aus allen Monatsgewinner*innen werden wiederum 24 Jahresgewinner*innen ausgewählt und zu einer literarischen Reise eingeladen.
Die Reise ist nicht nur der Preis für die Jahresgewinner*innen. Sie ist auch ein Höhepunkt von lyrix. Auf ihr findet die alljährliche Preisverleihung statt, dort treffen junge Nachwuchslyriker*innen aufeinander und nehmen an einem literarischen Rahmenprogramm teil: Sprechtraining, Performance-Workshop und Schreibwerkstatt im Literarischen Colloquium Berlin am Wannsee, Lesungen rund um das Berliner poesiefestival und vieles mehr.
Jeden Monat gibt es zwei Monatsthemen, eins für 10- bis 14-Jährige und eins für 15 bis 20-Jährige. Die Einsendungen werden separat bewertet und künftig präsentieren wir euch zu jedem Thema nicht mehr 6, sondern 12 Monatsgewinner*innen – 6 aus jeder Altersgruppe!
EURE SCHREIBAUFGABE IM JUlI FÜR DIE ALTERSGRUPPE 10-14:
niemand wusste, warum
Kennt ihr das? Ihr müsst plötzlich lachen und später fragt euch jemand: „Was war denn so lustig?“ Doch ihr wisst es selbst nicht mehr so genau. Vielleicht war es nur ein Blick, ein Satz oder eine Situation, die genau in diesem Moment komisch war. Für andere wäre sie wahrscheinlich gar nicht lustig gewesen. In diesem Monat geht es um solche Augenblicke: um Lachen, das unerwartet entsteht, Menschen verbindet und sich hinterher kaum noch erklären lässt.
Wenn Lustiges und Ernstes zusammenkommen
„Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ (Trailer)
Im Film „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ (2014) des schwedischen Regisseurs Roy Andersson sind Sam und Jonathan als Vertreter für Scherzartikel unterwegs. Mit Vampirzähnen, Monstermasken und einem Lachsack ziehen sie von Tür zu Tür und versuchen, Menschen Freude zu verkaufen. Doch die beiden selbst wirken oft traurig, müde und ratlos. Freude zu verkaufen ist schwieriger, als sie gedacht haben. Der Film erzählt viele kleine Geschichten, in denen Komisches und Trauriges eng beieinanderliegen. Manche Szenen wirken zunächst absurd, andere ganz alltäglich. Oft weiß man nicht, ob man lachen oder nachdenklich werden soll. Gerade dieses Nebeneinander macht den besonderen Humor des Films aus.
Ein Lachen ohne Erklärung: Yevgeniy Breyger
Auch Yevgeniy Breygers Gedicht „naschmarkt equilibrium“ erzählt keinen Witz. Zwei Menschen gehen über den Wiener Naschmarkt, kaufen eine Makrele, sprechen über Politik, Nachrichten und den Alltag. Sie treffen einen Fremden, reden miteinander, machen Bemerkungen, beobachten ihre Umgebung. Die Gespräche springen zwischen Weltgeschehen und kleinen Alltagsszenen hin und her. Ernstes und Banales stehen ganz selbstverständlich nebeneinander. Dann heißt es plötzlich: „wir lachten, aber niemand wusste, warum“
Das Gedicht verrät nicht, was genau dieses Lachen ausgelöst hat. Vielleicht war es gar kein einzelner Satz, sondern die ganze Situation: die Gespräche, die Hitze, die Müdigkeit, die letzte Makrele oder einfach der gemeinsame Moment. Vielleicht kennt ihr das auch: Tage oder Wochen später wisst ihr noch, mit wem ihr gelacht habt und wie sich der Moment angefühlt hat. Der eigentliche Anlass ist längst vergessen. Genau so einen Augenblick beschreibt Breygers Gedicht.
Eure Schreibaufgabe im Juli
Im Gedicht von Yevgeniy Breyger wird gelacht, obwohl eigentlich nichts eindeutig lustig ist. Menschen stehen zusammen, etwas passiert und plötzlich lachen alle. Schreibt ein Gedicht über einen Moment, in dem gelacht wurde, ohne klaren Grund. Vielleicht habt ihr über jemanden gelacht, vielleicht miteinander, vielleicht aus Unsicherheit oder weil alle anderen auch lachten.
Was war gerade los? Wie hat sich dieses Lachen angefühlt? Und was blieb danach?
Vielleicht wartet das nächste unerklärliche Lachen ja schon in den Sommerferien auf euch. Wir freuen uns auf eure Gedichte und wünschen euch einen schönen Sommer!
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EURE SCHREIBAUFGABE IM JULI FÜR DIE ALTERSGRUPPE 15-20:
niemand wusste, warum
Ihr erzählt eine Geschichte, die euch immer noch zum Lachen bringt. Doch kaum seid ihr bei der Pointe angekommen, schauen euch alle nur fragend an. Ohne den Moment davor, ohne die Menschen, die dabei waren, funktioniert der Witz plötzlich nicht mehr. In diesem Monat geht es um Komik und den Zusammenhang, in dem sie entsteht. Denn manchmal ist nicht ein einzelner Satz lustig, sondern alles, was ihm vorausgeht.
Warum wir über Zitate lachen
„Ich denke, also bin ich.“ Manche Sätze kennt fast jede*r. Andere versteht man nur, wenn man weiß, woher sie stammen. In der österreichischen „Sendung ohne Namen“ dreht sich eine ganze Folge um Zitate und geflügelte Worte. Sie zeigt, dass bekannte Sätze immer wieder aufgegriffen, verändert und in neue Zusammenhänge gesetzt werden. Gerade dadurch entsteht oft Komik. Ein ernst gemeintes Zitat kann plötzlich lustig wirken, wenn es an einem unerwarteten Ort auftaucht, ironisch verwendet wird oder einen ganz neuen Zusammenhang bekommt. Die Sendung spielt genau mit dieser Idee und macht deutlich: Ob wir über einen Satz lachen, hängt oft weniger vom Satz selbst ab als von der Situation, in der wir ihn hören
Wenn Sprache Komik entstehen lässt: Yevgeniy Breyger
Auch Yevgeniy Breygers Gedicht „naschmarkt equilibrium“ spielt mit ganz unterschiedlichen Sprachwelten. Auf einem Rundgang über den Wiener Naschmarkt wechseln sich Nachrichtenmeldungen, Alltagsgespräche, politische Aussagen und lockere Sprüche ab. Immer wieder tauchen Sätze auf, die klingen, als hätte man sie gerade erst irgendwo gehört: in den Nachrichten, auf dem Markt oder im Austausch mit anderen.
So entsteht nach und nach ein Mosaik aus Gesprächen, Gedanken und Sprachfetzen. Das Gedicht erzählt seine Geschichte nicht geradlinig. Vielmehr setzt es viele kleine Szenen zusammen, die sich gegenseitig ergänzen, widersprechen oder überraschend komisch werden.
Eure Schreibaufgabe im Juli
Im Gedicht von Yevgeniy Breyger wird gelacht und doch bleibt der Grund unklar. Manchmal muss man dabei gewesen sein, um eine Situation zu verstehen. Und manchmal wird ein Satz oder eine Erinnerung erst später, aus dem Zusammenhang gerissen, absurd oder komisch.
Schreibt ein Gedicht über Lachen, Kontext und Timing. Wann wird aus Ernst plötzlich Komik? Wann entfaltet ein Zitat oder eine Erinnerung unverhofft Humor? Euer Gedicht darf zeigen, dass Komik nicht immer erklärt werden kann, sondern genau dort entsteht, wo niemand mehr weiß, warum gelacht wird.
Mitmachen kann, wer zwischen zehn (10) und zwanzig (20) Jahren alt ist und in Deutschland wohnt! Die Ausschreibung erfolgt für die Altergruppen 10-14 und 15-20 Jahre. Im Rahmen von Kooperationsprojekten können auch Jugendliche aus Österreich, der Schweiz und Liechtenstein teilnehmen. Pro Monatsthema kann ein (1) Gedicht pro Teilnehmer eingereicht werden.
Folgende Kriterien muss das Gedicht erfüllen:
Themensicher und formdurchdacht: Der Lyriktext muss inhaltlich bzw. formal den Kriterien des monatlich vorgegebenen Themas entsprechen.
Unveröffentlicht und auf Deutsch:
Der Lyriktext darf noch nicht veröffentlicht sein und muss auf Deutsch oder in einer entsprechenden Mundart verfasst sein.
Die Gedichteinsendung erfolgt über ein Online-Formular auf bundeswettbew