Gedicht des Tages

Elisabeth Lichter - Spuren (Gedicht des Tages)

Spuren

Spuren wenn man sie sucht
das Geheimnis der Welt
eine Silbe das Wort

mit Hoffen und Fürchten beschwert
von dem Gang der Zeiten auf weißer Wand
das Wort am Ende des Gastmahls

Wie im Nachtflug die erleuchtete
Stadt taucht auf entschwindet
wieder das Licht in der Dunkelheit

Mehr kommt uns nicht zu
so schwach unsere Augen

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Jana Jürß - Sommerdepressionen eines Schreiberlings (Gedicht des Tages)

Sommerdepression eines Schreiberlings

Der Herbst kommt
Irgendwann
Bestimmt
Lässt er die Blätter bunt
Bald welk werden
Bis sie abfallen
Und von uns zertreten
Werden

Worte, die dann
Nicht geschrieben
Werden gleichsam bereits
Vor dem Abfallen
Zertreten
Von uns

Sommer ist
Noch und
Vor dem Herbst
Bleiben Tage für die Worte
Die traurigen und unvergänglichen
Die ich mitnehmen
Muss
Bis in den nächsten Sommer

(Jana Jürß)

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Heribert Rück - tanz klang mond (Gedicht des Tages)

 

tanz klang mond

erschreckt dich der ritus
flirrender tänze
an rosa tapeten
ordnest du bilder
den blauen glanz deiner hände
erwidert die vase

der immer zerspringende klang
wir hören ihn fern
du wendest dich lächelnd

verhüllt von der nacht
deine kühle nacktheit

schon rückt ins offene fenster
der fremdvertraute
der mond

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Herbert Mannel - Verqualmter Raum (Gedicht des Tages)

Mannel, Herbert - Jeder küsst nur seinen Schatten

Verqualmter Raum.
Musik dröhnt in meinem Kopf.
Schau noch ab und zu zur Tür, vergeblich.
Ein alter Mann in der Ecke schläft.
Verdammter Alkohol.
Von draußen das Lachen eines Liebespaares.
Komm schenk noch mal ein.
Frag nicht lange.
Tiefe Wunden heilen schlecht.
Nicht nur Rosen haben Dornen.

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