Gedicht des Tages

Wolfgang Buchhorn - Grenzen (Gedicht des Tages)

Wolfgang Buchhorn
Grenzen

 

Grenzen

Grenzenlos-sein
Ein bildloser Traum
Von sehnsuchtsvoller
Anspruchsloser Jugend

Grenzen umgehen
Grenzen überspringen
Aber
Lässt Freiheit zerbröseln
Wie abfallender Stuck

Grenzen wollen erfahren
Durchlitten, gebildet sein
Manchmal schlaflos
Und mit blutig zerkratztem Schrei
Und dann die Begrenzungen
Hassen
Und
Mit einem mutigen Sprung
Sie
In Freiheit
Lassen

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Brigitte Spreitzer - Ein Sturmstoß (Gedicht des Tages)

Ein Sturmstoß aus Nichts
lockert jäh mir den Griff
Die Hände
andrem unterstellt
als meinem Wollen
lassen los, stumm erschreckend los
Etwas
ganz anders als Denken
ganz anders
gewahrt mein Verlorensein
Versteht es in stummem Erschrecken
sich an Nichts zu halten
Weiß es ganz
Spiraliges Nebeln
in Abgrund und Grund
ganz anders als Fühlen
ganz anders
erkennt mich substanzlos Sein.

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Annika Conrad - Ich träume (Jugendliche melden sich zu Wort)

Download: Audio icon conradich.mp3


Heute ist Zeit für deine Träume - das dritte Buch von Essener Kindern und Jugendlichen
 

Ich träume

Ich träume von
Endlosem Frieden
Auf der ganzen Erde
Und noch weiter

Ländern ohne Krieg
Kindern ohne Hunger
Menschen ohne Trauer
Nur mit Lebensfreude

Ich träume von
Einer vollkommenen Gesellschaft
Einem Miteinander
Aus purer Freundlichkeit

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Lisa F. Oesterheld - Eingewebte Fragen (Gedicht des Tages)

Eingewebte Fragen

Mein neues Hemd
ist herrlich weich
und made
in Bangladesh.

Ich fühle den Stoff –
doch auch die Hände
der Frauen, die weben,
färben und nähen

ums nackte
Überleben?

Ich fühle
den weichen Stoff,
doch Fragen kratzen –
ein Schritt zum Mit-Gefühl.

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Jacek T. Zielinski - Der Fremde (Gedicht des Tages)



 

Zielinski, Jacek T. - Mein Zahir. Gedichte

DER FREMDE

Als Fremder erwache ich auf mir
gut bekannten Planeten
zwischen dem Geräusch der Milchflaschen
und dem Schreien der Nachbarn.
Die Hunde bellen, die Betten schwitzen,
Fabriken schmeißen den Rest
nächtlicher Schichten heraus.

Ich liege im Weiß der Bettwäsche,
als wäre ich eine Braut,
Sklavin der Vernunft,
älter als Liebe.

Ich bin abwesend.

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Artur Nickel - was bleibt (Gedicht des Tages)

Artur Nickel
was bleibt    

die notiz in der zeitung       
ein dürrer bericht                
worte verschlossen                                 
bilder                                                       
ein kindergesicht
der stumme schrecken
als sich der zug
in bewegung setzt                         
brennender blick                                             
den wasser nicht löscht                         
zwei meter tief das ende                                 

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