Gedicht des Tages

Brigitte Spreitzer - Die Tore sind offen (Gedicht des Tages)

Die Tore sind offen.
Die Fesseln gelöst.
Wir gehn heim.
Die Trauer hat in einer
Ritze Platz.
Die Freude reicht bis
zum Himmel.

Wir haben den Tod
überlebt.

Wir räumen auf.
Wir füttern das Kind.
Wir bestellen das Feld.
Wir singen und beten.

Wie leicht und
wie schwer es ist
unsterblich zu sein.

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Autor: 

Buch: 

Annika Conrad - Ich träume (Jugendliche melden sich zu Wort)

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Ich träume

Ich träume von
Endlosem Frieden
Auf der ganzen Erde
Und noch weiter

Ländern ohne Krieg
Kindern ohne Hunger
Menschen ohne Trauer
Nur mit Lebensfreude

Ich träume von
Einer vollkommenen Gesellschaft
Einem Miteinander
Aus purer Freundlichkeit

Ohne Lügen
Und ohne Hass
Ohne Hinterhältigkeit
Und ohne Egoismus

Ich träume von
Wirklichen Freunden
Freunden die einen
Niemals im Stich lassen

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Buch: 

Marianne Pumb - Nach der Tagesschau (Gedicht des Tages)

 

 

Nach der Tagesschau

Jugendlicher erschlug Kind
einfach so aus Lebensfrust
unweit von meiner Couch
auf der ich jetzt liege

New Orleans wird gerade hinweggespült
und im letzten Tsunami
starben weit mehr als
zweihunderttausend Menschen

Auch mein Leben war nicht immer leicht

Ich habe zwei Kinder großgezogen
liebe sie und sorge mich
und habe viel falsch gemacht  
natürlich

Schrieb eine Handvoll guter Gedichte
ermutigte wohl auch Menschen
im Leben

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Marianne Pumb - Nach der Tagesschau (Gedicht des Tages)


Pumb, Marianne: Mit Flügeln flinkeln

Marianne Pumb
Nach der Tagesschau

 

Nach der Tagesschau

Jugendlicher erschlug Kind
einfach so aus Lebensfrust
unweit von meiner Couch
auf der ich jetzt liege

New Orleans wird gerade hinweggespült
und im letzten Tsunami
starben weit mehr als
zweihunderttausend Menschen

Auch mein Leben war nicht immer leicht

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Lena Klassen; Wir selbst (Gedicht des Tages)

Wir selbst


Da sie verdursteten
(Gerbera waren es,
glühend orange)
warfen sie sich in ihr Inneres
wie um sich mit
sich selbst zu stillen

schlössen sie sich um die Mitte
und
waren sich selbst der Kelch
der nichts außer ihnen enthielt

sie
wurden kleiner (als fräßen sie sich selbst)
farblos auch, als
zehrten sie von Farbe

als wüssten sie es nicht besser als wir
dass
sie sich nicht genügen konnten

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joachim schlichte - keinen ausweg (Gedicht des Tages)

keinen ausweg

wissend

ahne ich nicht

einmal oder mehr

 

aus dem käse

keller

dem reifen den

über ge wältigt

 

bleibt nur der ver

packte

fo li en ver

verschweißte an hang

 
im kühlregal unseres supermarktes ohne gefühl .

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Buch: 

Carina Göbel - Püppchen (Gedicht des Tages)

Püppchen auf, Püppchen zu, 
Geh ich fort, hast du Ruh.
Seh ich dich, blickst du starr, 
Streifst mir nichtmal mehr mein Haar.
 
Dein Mund so leer, 
Du sprichst nicht mehr,
Bist du versteinert?
 
Du dumpfes Holz,
Schaust voller Stolz
Auf mich nieder, 
Wirst leben nie wieder.
 
Püppchen auf, Püppchen zu,
 

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