Gedicht des Tages

Laura Meier - Umgang prägt (Jugendliche melden sich zu Wort)

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Umgang prägt

Ich bin eigentlich froh, dass ich in Deutschland lebe, da es mir und meiner Familie sehr gut geht. Ich kann mich nicht beschweren. Manch¬mal stelle ich mir vor, wie ich bei anderen El-tern oder in einem anderen Land und mit einer anderen Religion aufgewachsen wäre. Ich glaube nicht, dass es mir dann unbedingt bes-ser oder schlechter gehen würde, aber ein Tag mal in einer völlig fremden Umgebung wäre schon interessant.

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Buch: 

Elisabeth Lichter - So schwach meine Worte (Gedicht des Tages)

So schwach meine Worte


So schwach meine Worte
manchmal zu groß
die Entfernung von mir zu dir
auf halber Strecke geben sie auf

Auf meinem Eiland
die Fragen in dieser Nacht
fremd das Vertraute
sternenlos die Dunkelheit

Die Stille hören
den Widerhall
wie eine Antwort

Ein großer Raum ist offen

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Autor: 

Buch: 

Sabine Prilop - Kindheit (Gedicht des Tages)

Kindheit


Das Licht nahm uns auf,
und mit den vergehenden Tagen
lernten wir, Licht zu erkennen.
Später Konturen.
Noch später die Dinge an sich.
Es wuchsen, wie wir wuchsen,
Ansichten aus Kinderschuhen
heraus.
Verhangenes wurde sichtbar,
Schleier zerfielen zu Staub
und legten sich
auf ausgedientem Spielzeug
zur Ruhe.

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Buch: 

Vanja Michailova - Entkommen (Gedicht des Tages)

ENTKOMMEN

Eines Tages will ich entrinnen
und mich verlieren.
Ich will mich zerschmeißen,
mich zerreißen, mich zerfleischen, mich zerbeißen …
Und schweigen! Nichts sagen!

Ich will die Wand durchbrechen
und mich an dem Leben rächen.
Ich will mich einmal verdrecken
und dann … verrecken.

Ich will diese verdammte Zelle –
meinen Körper –
zersägen, zerfetzen, zerfressen
und mich entfesseln.

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Brigitte Spreitzer - Wie oft muss ich die Hände (Gedicht des Tages)



 

Spreitzer, Brigitte: Rief es nicht

 

Wie oft muss ich die Hände
ins Gletschermeer tauchen bis
sie an Dich rühren dürfen?
Wie viele Mal den Mund
ans Eis legen bis
er durchschmilzt zu Dir?
Du weißt
ich bin längst auf dem
Weg ins kristallene Schweigen
Genährt nur vom
Weiß zwischen Dir und mir.

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Marianne Pumb - Ballade von der menschlichen Blindigkeit (Gedicht des Tages)

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Ballade von der menschlichen Blindigkeit

Zwei Frauen saßen
im Kurbad am Meer
die eine war pummlig
die andere schwer

Sie nippten Liköre
sie mummelten Kuchen
und wollten danach
das Soufflé noch versuchen

Sie plauderten, lachten
kurzum waren heiter –
doch die Geschichte
geht noch weiter

Ein Herr nahte sich
auch sehr korpulent
er trug ein vortrefflich
geschneidertes Hemd

Das half ihm wenig
es stremmte am Bauch
dies aber sahen
die Damen auch

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Elisabeth Lichter - Im Flüchtigen (Gedicht des Tages)


Im Flüchtigen

Neben dem Mann
angeleint mit gesenktem Kopf
trottet der Hund

Befreit das Tier
im brackigen Wasser ein Bad
Spuren setzen die Pfoten
deutlich dann schwach dann nicht mehr

Die Fährte verblasst
verdunstet das Zeichen
ein Hund von dort lief er
wohin

Im Flüchtigen eine Berührung
Spuren dass sie vergehen
sie waren sie sind
auf dem Weg

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