Kinder und Jugendliche melden sich zu Wort

Onur Özgen - Aus dem Milieu (Jugendliche melden sich zu Wort am 24. März)

Aus dem Milieu

Nun habe ich zweimal acht Jahre hier verbracht
Im „sozialen Brennpunkt“ ist es gefährlich
Kurz nach acht?
Kannst du sehen was die Mundpropaganda macht
Es verschlechtert sich mein Heim
Ihr habt es geschafft
Füttert euren Kopf nicht mit Klischees und Ondits
Öffnet die Tür und findet ein Indiz
Und sagt im Stadtbezirk sechs bist du genauso frei
Wie in Stadtbezirk eins zwei oder drei

Das Leben hier prägt meine Aussicht
Irgendwo anders wäre mein Kopf auf Standlicht

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Michael Wilkting - ein schöner traum (Jugendliche melden sich zu Wort am 23. März)

ein schöner traum

eines tages
das war noch klar
war ein neuer morgen da
alles war anders
doch ich wusste nicht
wie was wo und wann es geschah
die blumen die wolken
der himmel das meer
alles gefiel mir irgendwie sehr
alles war friedlich alles war still
kein krieg kein kampf kein ärger
alles was die menschheit will
da klingelte mein wecker
nur ein schöner traum
und wieder nur gemecker

Michael Wilting

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Rabih Semmo - Heimat ist auch eine Befindlichkeit der Seele (JUgendliche melden sich zu Wort am 22. März)

Heimat ist auch eine Befindlichkeit der Seele

Ich bin ein Libanese, Alter: 16 Jahre. Ich bin außer-dem Autist, eine doppelte Last. Ich fühle mich nicht Zuhause, denn meine Wurzeln sind nicht hier. Ich habe keine Chance auf ein „normales“ Leben. Ich bin Araber und Moslem, das ist schon ein Makel schlechthin. Meine Familie ist sehr groß. Der Außenseiter bin ich als Behinderter, denn im Islam bedeutet das Strafe von Allah. Die Umwelt reagiert meist auch sehr blöd. Dabei muss man zwischen Deutschen und Libanesen unterscheiden.

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Tugba Aydin - Wenn die Kirchenglocken läuten (Jugendliche melden sich zu Wort am 20. März)

Wenn die Kirchenglocken läuten ...

Liebe Dreya,

ich hoffe, es geht dir gut. Bei mir ist soweit alles in Ordnung. Du
fragtest in deinem letzten Brief, ob ich mich hier in Deutschland fremd
oder sogar daheim fühlen würde. Darüber habe ich mir Gedanken ge-macht,
und ich möchte dir dazu das folgende Erleb-nis erzählen:
Vor ein paar Monaten habe ich einen Film über Je-sus Christus geguckt.
Der Film begeisterte mich. In ihm ging es um die christliche Religion.
Er hatte etwas, das mich nachdenklich machte. Ich hatte plötzlich den

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Carlo Contratti - Ignoranz (Jugendliche melden sich zu Wort am 19. März)

ignoranz

in der zweiten Klasse fing alles so richtig an
da war ich noch der größte aber dann
lesen und schreiben fiel mir schwer
lesen und schreiben das war mein leiden

es kam die angst alle könnten lachen
und mich nur noch niedermachen
sie würden mich ärgern
und nicht in ruhe lassen

was auch geschah ... wie wahr
du kannst nicht gut lesen
und was du schreibst
kann keiner verstehen

mit diesen lehrersätzen durfte ich
durchs leben gehen

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Musa Akdere - Ausländer? (Jugendliche melden sich zu Wort am 18. März)

Ausländer?

Ich bin geboren in Deutschland
Ich spreche fließend Deutsch
Meine Freunde sind deutsch
Meine Heimat ist Deutschland

Ich war nur viermal im Ausland
In meinem gesamten Leben
Sah ich kaum etwas anderes
Als Deutsch und in Deutschland

Dennoch werde ich täglich
Von Deutschen angegriffen
Von Deutschen die weniger
Deutsch können als ich

Sie sagen geh zurück
Dahin wohin du gehörst
Wohin gehöre ich denn

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Celina Müller - Meine Lieblingsbeschäftigung (Jugendliche melden sich zu Wort am 17. März)

Meine Lieblingsbeschäftigung

Ich gehe samstags in Essen klettern. Das ist voll lustig. Ich schreib
deshalb von meinem Wochenen-de:

9.00 Uhr: Aufstehen!

Ich hasse es, früh aufzustehen. Das macht mich depressiv. Nein! Heute
ist Klettern. Jetzt bin ich happy. Frühstück! Ich komme!

10.00 Uhr: Gehen!

Und zwar zum S-Bahnhof. Warten auf die Bahn, die mal wieder
Verspätung hat. Wenn die Bahn dann doch kommt: Einsteigen.

10.10 Uhr: Fahren!

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Jennifer Saal - Ich brauche dich (Jugendliche melden sich zu Wort am 15. März)

Ich brauche dich

Ich brauche jemanden,
mit dem ich lachen kann.
Ich brauche jemanden,
dem ich vertrauen kann.
Ich brauche jemanden,
bei dem ich mich anlehnen kann.
Ich brauche jemanden,
mit dem ich reden kann.
Ich brauche jemanden,
mit dem ich weinen kann.
Ich brauche jemanden, den ich lieben kann.


Jemanden wie DICH!

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