Am gestrigen Abend in der Nackten Mühle in Osnabrück - Ergreifende Buchpremiere von Herbert Zucchi 'Was meine Seele trägt'
Mehr als 50 Gäste konnte die Leiterin der Nackten Mühle, Lisa Berhues, am gestrigen Abend in der Nackten Mühle zur Premiere des neuen Bandes von Herbert Zucchi begrüßen. Viele der Gäste hatten sich lange nicht mehr gesehen und so gab es ein liebevolles Begrüßen von ökologisch Interessierten und Engagierten, die eine wundervoll entspannte Atmosphäre zauberten.
Verlagsleiter Alfred Büngen führte in den Band ein. Gerade einmal ein Jahr ist es her, so seine Worte, seit der Premiere seines ersten Buches. Doch in diesem Jahr ist politisch und privat für den Autoren so viel passiert, dass er dieses zweite Buch herausbringen musste. Der fortschreitende Abbau von erzielten Rechten im Umweltbereich, der Wiedereinzug des ökonomischen Wachstumsprinzips über alles mit der neuen Regierung im politischen Bereich und die Erkrankung seiner Frau mit Unterbringung in der Heimpflege imprivaten Bereich waren dramatische Eckpunkte. Und das Schreiben bot Möglichkeit der Reflexion, schuf auch immer wieder Hoffnung und neue Kraft. Und Büngen zitierte ein Gedicht Zucchis, in dem sich für ihn die Literatur und die Natur als kleines Veilchen ausdrückte:
Auf meinem Weg
durch diese graue Zeit
fand ich am Wegrand
kleine blaue Veilchen.
Und sie versüßten
mir die Einsamkeit wohl
für ein wundersames
kleines Weilchen.
Und welche Kraft sie schuf, dass zeigte Herbert Zucchi in der anschließenden Lesung. Mit einer kleinen Pause trug er gut 90 Minuten lang abwechselnd Geschichten, Essays und immer wieder Gedichte vor, bei denen das Publikum an seinen Lippen hing. Selten hat man eine Lesung erlebt, bei dem der Autor so authentisch, so glaubwürdig und überzeugend, vor allem auch hoffnungsvoll für das Publikum wirkte. Es wurde gelacht, geklatscht und auch geweint. Herbert Zucchi erzählte von Kindheitserlebgnissen, den prägenden Erlebnissen, scheute sich nicht uralte erste Songs, die er auf der Schallplatte vor 65 Jahren gehört hatte, live zu singen, und immer wieder Naturgedichte und Essays. Er ist und bleibt einer der aufrichtigsten und radikalsten Vorkämpfer für die Natur und Demokratie, vor allem ist er Mensch.
Zwischendurch wunderbare Musik von Ute Ratke und Rüdiger Quast (Gitarre und Gesang), den mit dem Autoren seit vielen Jahrzehnten
verbundene Musiker. Ihre Lieder schufen noch einmal eine Atmosphäre, in der sich jeder zu Hause fühlte, miteinander verbunden im Glauben an das Recht der Natur, an ein glaubwürdiges Miteiander.
Herbert Zucch lies es sich nicht nehmen, noch einmal allen Menschen für diesen Abend zu danken, den Mitarbeter*innen der Nackten Mühle, den beiden Musiker*innen und den Mitarbeiter*inen des Verlags und dem Publikum, dass sich beim Autoren mit großem und herzlichem Applaus und einer langen Schlange zum Signieren des Buches bedankte.
Herbert Zucci
Was meine Seele trägt
Gedichte, Erzählungen, Essays
Covergestaltung Emma van Beek
Geest Verlag, Visbek 2026
ISBN 978-3-69064-566-9