Herzlichen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen zum Beitrag 'Klima - kein Thema mehr'


 Ich danke allen Autor*innen und Autoren für die vielen zustimmenden Beiträge und Vorschläge zum aktiven Handeln.

Alfred Büngen

 


In dieser Woche die Regierungserklärung des Kanzlers. Im Mittelpunkt: der Kauf neuer Vernichtungsmittel aus den USA, offensichtlich eine Beruhigungstablette für den amerikanichen Präsidenten. Daneben jedes auch nur angedachte Reförmchen in aller Ausführlichkeit. Und das Thema Klima-Entwicklung - nicht ein Wort. Offensichtlich reichen selbst die sich selbst überholenden Hitzerekorde, die Meldung über steigende Todeszahlen aufgrund der Hitze nicht mehr aus, um die Notwendigkeit radikaler klimatischer Maßnahmen zu forcieren.

Und die Presse? Sie mahnt nur in Ausnahmefällen an, macht die Menschen darauf aufmerksam. Einen Journalisten darauf angesprochen, bekomme ich zur Antwort: Unsere Berichte richten sich nur nach Klickzahlen unserer Leser. So verschwindet die Klimafrage immer stärker aus dem öffentlichen Bewusstsein, die Zahlen der Flugpassagiere steigen immer weiter und ein Kreuzfahrtschiff nach dem nächsten kommt aus den Werften: Umweltvernichtung als Naturerleben verkauft, die bezahlten Berichte und Fernsehsendungen der Freizeitindustrie nimmt die mediale Berichterstattung gerne mit. So schwindet nach und nach ein öffentliches Bewusstsein gegenüber der Natur, das sich in den vielen Jahren zuvor aufgebaut hatte. Die Abschaffung des Heizungsgesetzes wird als Sieg der individuellen Freiheit gefeiert und nicht als ein weiterer Schritt in die Verhinderung alternativen Energieaufbaus gesehen. Nur noch ein kleiner Schritt zum Neuaufbau von AKWs, wenn wir doch schon neue Gaskraftwerke bauen. Von der täglichen Vernichtung der biologischen Vielfalt spricht kaum noch jemand, umsomehr kann man von Politik und Wirtschaftsverbänden von der Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie hören, wenn gerade auch auf regionaler Ebene mal wieder ein Stück Natur vernichtet wird.

Und die Literatur: Sie verhält sich nicht anders. Umweltgedichte sind nicht gefragt. Die will doch niemand hören, kann man immer häufiger von Veranstaltern hören. Lieber feinsinnige Lyrik übers ICH mit all seinen Verästelungen.

An dieser Stelle sei noch einmal der Satz von Rosa Luxemburg zitiert: Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken.

Literatur hat eine gesellschaftliche Aufgabe. Sie steht auch in der Verpflichtung, ein Bewusstsein der Menschen gegenüber der Natur aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Aus dieser Aufgabe dürfen wir die Literatur nicht entlassen. Die dramtische Entwicklung des Klimas macht es jede Sekunde stärker notwendig. Bewusstsein gegenbüber der Natur heißt auch, einen wesentlichen Schritt in den Erhalt der gesellschaftlichen Freiheit zu machen, denn gegen die Natur wird der Mensch nicht existieren können, liefert er sich doch sonst dem Untergang seines freien gesellschaftlichen Handelns aus.

Herbert Zucchi mahnt es in einem seiner Gedichte deutlich an:

Stilles Sterben

 

Ein stilles Sterben geht durchs Land,

die Welt wird immer grauer.

Wo gestern man noch Vielfalt fand,

steht heute eine Mauer.

 

Wir leben hier in Saus und Braus

und handeln ganz vermessen.

Wir rotten viele Arten aus

und haben‘s schnell vergessen.

 

Wir halten uns als einzge Art

für kreativ und weise.

Wir spielen einen bösen Part

auf unsrer Lebensreise.

 

Hörst du die vielen Schreie nicht,

die uns um Hilfe bitten?

Es ist, als ob die Landschaft spricht:

Es ist genug gelitten!

 

Reaktionen sind herzlich willkommen!