Julia Meisinger - Götterliebling

 

 

Götterliebling

 

Aus freiem Fall in Träumen ertrunken.

Selbst Aphrodite hätte ihn geliebt.

Wäre er nicht so brennend

und dornig

und von zarten Gesten nichts verstehend.

Wächter, fall doch selbst.

Er ist ignorant,

zieht mich dennoch zu sich unter Samtflügel,

versteckt vor Himmelspforten, ganz nah.

Nimm meine Hand,

schenk mir ein Lächeln, fedrig leicht.

Will ihn berühren, noch sachter, beinahe.

Er stößt mich herab.

Letzte Worte, still hinterhergerufen:

Bete für mich.

In freiem Fall im Albtraum erwacht.

Wünschte, es wäre andersherum.