Lara Neteler - Was ist Stille?
Lara Neteler, 17 Jahre, Neuenkirchen-Vörden
Was ist Stille?
Stille.
Was ist Stille?
Ist Stille der Tod?
Ist Stille der Frieden?
Ist Stille die Einsamkeit?
Ist Stille überhaupt etwas?
Etwas wie ein Geräusch?
Eigentlich ist Stille eher wie … ein Nichts.
Aber was ist Stille eigentlich?
Stille ist ein Nichts.
Auf irgendeine Art und Weise.
Stille ist die Leere in unserem Kopf.
Die Leere in unserem Herzen.
In unseren Gedanken.
Stille ist die Trauer um geliebte Menschen.
Stille ist die Einsamkeit, die wir empfinden.
Egal wo, egal wann.
Sogar in einer Menschenmenge können wir einsam sein.
Wir Menschen können überall einsam sein.
Vielleicht sogar ganz besonders die Jugendlichen,
wo wir uns doch immer so unverstanden fühlen.
Aber vielleicht sind wir das ja auch.
Unverstanden von allen.
Einsam.
Und dann ist da diese Stille.
In unserem Kopf.
Und alles um uns herum dreht sich weiter,
nur wir bleiben stehen.
Wenn alle uns erzählen,
wie wir unsere Hausaufgaben zu machen haben,
wie wir unsere Zeit einteilen sollen
und dass wir unbedingt mal wieder
frische Luft schnappen sollten.
„So schwer kann das doch nicht sein.“
Und die Politiker zerreißen sich die Mäuler
über die Jugend und Kinder,
obwohl sie keine Ahnung davon haben.
Vielleicht sollten die auch einfach mal still sein.
Stille ist Nichts und gleichzeitig ist sie doch Etwas.
Manchmal ist sie Nichts.
Und dann wiederum ist sie das Dröhnen in unserem Kopf.
Wenn die Stille plötzlich zu laut wird und man sie überall findet.
Und vielleicht drehen wir deshalb die Musik ganz laut.
Vielleicht lassen wir deswegen den Fernseher beim Schlafen an.
Vielleicht läuft das Radio in der Küche deswegen den ganzen Tag.
Um der Stille zu entkommen.
Um unseren stillen Gedanken zu entkommen.
Um uns treiben zu lassen
auf einer Welle von Musik.
Einer Welle von Tönen, Lauten.
Um die Einsamkeit für einen Moment zu vergessen
und die Stille zu vertreiben.
Für einen Moment voller Laute, auch wenn wir alleine sind.
Stille.
War sie erst ein Nichts
bis sie alles wurde?