Mit dabei auf dem 7. Literarischen Sommerfest: Jana Jürß liest 'Mariannes Himmelpforte'

'Mariannes Himmelpforte' von Jana Jürß

Was verbinden? Den Kopf verbinden, das Herz verbinden? Oder besser abbinden, bis es nicht mehr weh tut?

Doch steige ich aus, ohne Verbandszeug. Ich bin Marianne, war es schon immer und muss sehen, wo ich hingekommen wäre. Wo ich hingehörte, eigentlich. Wie es üblich war. Muss sehen, wie ich meine letzten Tage verbracht hätte, wenn es nicht beendet wäre. Zwei Hunde laufen mir vor die Füße, zwei große langhaarige Schäferhunde. Ich mag Tiere, wie nichts sonst auf dieser Welt. „Heinrich“ höre ich einen Ruf, „Heinrich“, wieder, lauter, ein Befehl nun. „Himmler, kommt her, zu mir. Kommt zum Herrchen!“. Die Stimme bekommt ein Gesicht, einer der Hunde bellt, der andere wedelt mit dem Schwanz. Die Stimme schreit: „Ihr blöden Hunde!“ Beide Hunde laufen zu dem Gesicht, werfen sich hin, freuen sich.