Philipp Létranger mit Leseeindrücken zu Jörg Schaffelhofer ' knapp am leben vorbei'

Manchmal sind weniger Worte mehr – eine Lesetipp von Philipp Létranger
 
Der Geest-Verlag überrascht ja immer wieder mal mit neuen, jungen oder alten Autoren – seit Kurzem zum Beispiel mit dem Debütband "knapp am leben vorbei" von Jörg Schaffelhofer.
 
Das Buch enthält Gedichte und kurze Prosa, wie man sie selten findet. Außergewöhnlich daran ist die Entdeckung, wie wenig Worte notwendig sein können, um Leben und Geschichten auferstehen zu lassen, die Herz und Geist bewegen. 
Wer Haikus kennt und schätzt, wird darüber vielleicht weniger erstaunt sein. Doch Jörg Schaffelhofers Kurztexte mühen sich nicht damit ab, Silben zu zählen. Man merkt ihnen nicht an, dass sie künstlich verstümmeln oder verknappen. So wie ein Maler weiß, wie Menschen sehen, weiß der Autor anscheinend, was wir Leser brauchen, um Geschichten zu (er)finden.
 
Vorsicht! Dieses Buch ist kein Erlebnis, es ist viel mehr: eine Sammlung spannender Angebote, etwas zu erleben.
 
Sehenswert sind auch die stimmungsvollen Fotos von Alina Jolyn Schaffelhofer, die am Beginn jedes Kapitels im Buch platziert sind.
 
 
Gruß Günther