Wendelin Mangold - NASENTRAUM

Wendelin Mangold
NASENTRAUM
Es sei hier gesagt, die Traumgeschichte hat nichts mit der Erzählung „Die Nase“ des russischen Schriftstellers Nikolai Gogol zu tun.
Ich hatte heute Morgen knapp vor dem Aufwachen einen Traum, so deutlich und klar, leider nicht bis zu Ende geträumt, da ich plötzlich aufgewacht bin. Kaum aufgestanden und dem Alltag nachgegangen, fingt er an, wie Schnee oder Eis zu tauen, so dass ich mich ansträngen muss, ihn, bereits ziemlich ramponiert, ins Gedächtnis zurückzurufen. Ich musste mich beeilen, um den Faden noch zu erwischen.
Nun, ich weiß nicht mehr genau, worum es ging, und wer dabei war. Nur, dass ich einer weiblichen Person, die mir völlig fremd war, plötzlich ins Gesicht geschlagen hatte, wobei ich im realen Leben noch nie einem Menschen so etwas getan habe, geschweige denn getan hätte.
Die Frau, flink wie sie war, hatte mir, der plötzlich nicht mehr ich gewesen war, sondern eine weibliche Person, die Nasenspitze abgebissen. Dabei floss kein Blut, aber zwei Nasenlöcher starrten mich an.
Ja, und wie ging es nun weiter mit dieser weiblichen Person, die ich nicht mehr gewesen war? Komischerweise wurde eben ihr entstelltes Gesicht als trendy gefunden, und viele trachteten jetzt danach, ihre eigenen Nasen schönchirurgisch „nasenlöcherig“ zu korrigieren.