Westdeutsche Zeitung berichtet über kapitelzwei, die Literaturzeitschrift aus Wuppertal im Geest-Verlag

Ein leiser Aufbruch: Das zweite Kapitel beginnt Wuppertaler Literatur-Magazin „neolith“ feiert unter dem neuen Titel „kapitelzwei“ Premiere 


Wuppertal · Ein Kapitel endet, ein Neues beginnt: Fast beiläufig stellt sich der Leser einem neuen, kleinen Aufbruch, in den nächsten Teil der Geschichte, in eine gänzlich Neue – die Möglichkeiten sind endlos.

Von Johanna Christoph Redakteurin

Ein neues Kapitel hat auch das Redaktionsteam um Stefan Mettler, Marny Münnich, I.J. Melodia, Erik Pagel und Sigune Schnabel aufgeschlagen. Unter dem neuen Namen Kapitelzwei (Eigenschreibweise: „kapitelzwei“) geht die Reise des früheren Literatur-Magazins Neolith (Eigenschreibweise: „neolith“) unter dem Dach des Geest-Verlags weiter.
„Da uns der studentische Nachwuchs fehlt, wird das Magazin in Zukunft losgelöst von der Uni unter neuem Namen fortbestehen“, erklärt das Magazin auf seiner Homepage. Der Name Neolith meinte sowohl die Textwerkstatt für neue Literatur an der Bergischen Uni als auch das Magazin, das im Zuge dessen erschienen ist. Allerdings hatten fast alle Redaktionsmitglieder die Bergische Uni bereits verlassen. Also verkündete die Redaktion im vergangenen Jahr, unter neuen Namen zu erscheinen – nun in Kooperation mit dem Geest-Verlag mit Sitz in Visbek.
„Die Textwerkstatt heißt immer noch Neolith“, erklärt Sigune Schnabel. „Und dort treffen wir uns immer noch einmal die Woche.“ In der Textwerkstatt stellen die Autorinnen und Autoren ihre Texte vor, bekommen direktes Feedback zu ihren neuen Werken und arbeiten auch parallel an ihren Werken weiter. „Da stelle ich meine Texte vor, wenn sie noch ganz frisch sind. Also das sind dann die ersten Menschen, die sehen, was ich geschrieben habe. Und das Feedback fließt immer mit ein“, erzählt Schnabel weiter.
Die Literaturzeitschrift ist jährlich erschienen. Als Neolith noch an der Bergischen Uni beheimatet war, sind zwischen 2014 und 2025 insgesamt neun Ausgaben entstanden, mit Texten der Redaktion, aber auch mit Werken von Studenten, wissenschaftlichen Mitarbeitern und zahlreichen anderen interessierten Literaturschaffenden von nah und fern. Dazu gab es auch immer eine Ausschreibung, zu dessen Thema die Texte eingereicht wurden. Nun ist die erste Ausgabe von Kapitelzwei erschienen und da sich die Redaktion nach wie vor mit Wuppertal und der Region verbunden fühlt, gibt es am Sonntag, 22. Februar, die Release-Lesung im Café Ada, Wiesenstraße 6.
Info Textwerkstatt 
Die Textwerkstatt findet immer mittwochs zwischen 18 und 20 Uhr in den Quartierräumen des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums statt.
Inhaltlich steht die diesjährige Ausgabe ganz im Zeichen des von der Redaktion angegangenen Neubeginns. Nicht nur wird – gemäß dem neuen Namen des Magazins ein anderes, ein zweites Kapitel aufgeschlagen – auch das Thema des Heftes – das Wort „zwei“ – spiegelt dies. Die Redaktion erreichten über 400 Einsendungen. Ausgewählt wurden Prosa und Lyrik von insgesamt 30 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die sich dem Thema auf unterschiedliche Weise genähert haben. Eine Reihe von ihnen werden bei der Matinee-Lesung im Café Ada anwesend sein und ihre Texte persönlich vorstellen, während die Redaktion durch die Veranstaltung führt.
Literaturinteressierte sind eingeladen, den Geschichten zu lauschen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam die erste Ausgabe von Kapitelzwei zu feiern. Die neue Ausgabe ist bestellbar unter redaktion@kapitelzwei-zeitschrift.de oder beim Geest-Verlag unter info@geest-verlag.de.