Gedicht des Tages

Stefan Hölscher - Die ganze Zeit (gelesen vom Autor) / (Gedicht des Tages)

DIE GANZE ZEIT

Für S., d. n. d. a.

ich denk die ganze Zeit allein an ihn
er denkt die ganze Zeit allein an sie
sie denkt die ganz Zeit allein an einen anderen
der denkt die ganze Zeit allein an irgendwen

warum denkt nur nicht der an den
der an ihn denkt
warum nicht einmal merkt denn der
an den gedacht wird
wie sehr an ihn gedacht wird
warum nicht einmal will er das denn merken

so lieblos ignorant ist man dem Richtgen abgewandt

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Dieter Wöhrle - Kein Pardies auf Dauer (Gedicht des Tages)

Kein Paradies auf Dauer

Noch kürzlich Lauben, heute Baugelände:
Man machte platt und hoffte auf Gewinn.
Vor Unbefugten schützten hohe Wände.
Es sollte hier moderner Luxus hin.

Das Geld ging aus. Und es entstand ein Urwald
aus Sträuchern, Farnen, Gräsern, sattem Grün.
Für mittellose Städter ist´s ein Kurwald,
in dem die Gartenkräuter sprießen, blüh´n.

Die vielen kleinen Zäunchen der Parzellen

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Wolfgang Buchhorn - Eine kleine Ewigkeit (Gedicht des Tages)

EINE KLEINE EWIGKEIT

Am Mittag oder früher
Bleibt die Zeit
Manchmal stehen
Beim Anblick einer Blüte
Eines segelnden Vogels
Des gefallenen Steins
Der zum Anstoß wird
Zum Dank für die Größe
Die Stille im Herzen

Dann fließt sie wieder
Als sei nichts geschehen
Die Welt zeigt sich verändert

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Stefan Hölscher: Frühlingserwachen (gelesen vom Autor) - (Gedicht des Tages)

FRÜHLINGSERWACHEN

man singt ein Lied und merkt es nicht
des Nachts der Radarblitz besticht durchs Licht
der Chef will deiner Freundin Stauden saugen
den Politessen sprießen blaue Augen
Altdamenkränze machen auf den Straßen wilde Tänze
vom Himmel baumeln keusche Cowboyschwänze
der Pfarrer lässt zum Einzug donnernd einen fahren
zum Taubenklacks auf deinem Kopf
hörst du dich Amen sagen
 

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