Du kommst mit dem Rucksack der Zukunft in das Haus deiner Vergangenheit, mein Kind während ich in Erinnerungen wie in einen behaglichen Pantoffel schlüpfe auf den Rändern der Zeiten balanciere schnürst du das Tausend-Möglichkeiten-Bündel wenn du dann gegangen bist zurück in deine Welt spüre ich den Verlust nicht sofort sprungbereit auf den richtigen Moment wartend vor der Brottheke stehend überfällt er mich und fragt: „Wo sind die Jahre hingegangen
wir sitzen nach dem gehen und reden viel über abwesende verstorbene, reisende nachbarn, Anna den größten menschen der welt, gott die schönste aller katzen
bevor wir in den nahbereich kommen wird die welt untergehen nur die granitstele vor dem haus nr. 4 bleibt, weil nie etwas vollständig klappt
aber zuerst noch ein gespräch über das grün am waldrand
Manfred Schwab, "Zwischen Tür und Amsel" - Gesammelte Gedichte aus fünf Jahrzehnten, mit Linolschnitten von Uljana Melnykowa, Charkiw, 189 S., 14 Euro, ISBN 978-3-86685-570-0