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Hans-Hermann Mahnken - Dem Meer entgegen

Dem Meer entgegen

Komm
wir lassen uns den Fluss hinuntertreiben
(in Gedichten ist das möglich)
vorbei an saftigen Wiesen
Kühe heben zum Gruß den Kopf

Irgendwann Möwengeschrei und
eine leichte Brise  
der Fluss weitet sich
vor uns liegt eine silbrig glänzende Fläche

Nur Geduld
das Meer kehrt zurück
seit jeher
mit sanft drängender Kraft
denn es erwartet beharrlich seine Liebste    
die Windsbraut
um sich wollüstig mit ihrem Atem zu vereinen
im nächsten Frühjahr vielleicht

Sigune Schnabel - Hinter dem Fluss wächst ein neues Land


Hinter dem Fluss wächst ein neues Land

Ich habe im letzten Traum
Erinnerungen vergessen.
Jetzt liege ich brach
bis zum Saum meiner Worte,
bin zu laut
für die Schneewehen auf meiner Zunge.

Mit dem Hunger zuerst
greife ich in den Tag.
Dicht stapeln sich
die Dinge, die ich verschlinge.
An der Grenze zur Sprache
neigen sie sich
schräg wie das Kinderlied
im Kopf.

Gras wächst über alles,
was ich jemals sagte.

 

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