Barbe Maria Linke - Der Mondmann und die Weisheitsmilch


Der Mondmann und die Weisheitsmilch

Eine jener Nächte, in der mich nichts ins Haus zog. Ein Gefunkel am nachtblauen Himmel. 

Dazu ein Mond, der zu flüstern schien: Wieso besuchst du mich nicht?

Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen. Das Gefunkel blieb.

Deutlich hörte ich den befremdlichen Satz: Du befindest dich auf dem Mond, Henry.

Ich schaute mich um, in einem Rondell erkannte ich eine Gestalt.

Wer bist du?

Ich bin der Erdmond, mir gehört das Areal.

Das Ganze?

Klar! Hell wie ein Frühlingsmorgen kam das Echo zurück.

Du bist lange unterwegs gewesen, trink einen Becher Milch!

Also los!, rief ich forsch, her mit der Weisheitsmilch!

Wie klug du bist! Wenn du davon trinkst ...

Darf ich dich etwas fragen?

Frag nur, Menschlein, frag, das ist ja deine Lebensart.

Und deine, wie ist die?

Er lachte so, dass ich mich zu ängstigen begann. Kleinlaut flüsterte ich: Wie komm ich wieder herunter auf die Erde?

Warte, bis die Katze aufwacht, ihre Augen zeigen dir den Weg.