Siegfried Völlger zu Körting, Katharina - dAS vORKOMMEN VON oRGANEN AN UNGEWÖHNLICHEN sTELLEN - GEDICHTEt - mit Bildern von Julia Mabry

Körting, Katharina - dAS vORKOMMEN VON oRGANEN AN UNGEWÖHNLICHEN sTELLEN - GEDICHTEt - mit Bildern von Julia Mabry

Geest-Verlag, Visbek 2025
ISBN 978-3-96064-501-0
156 S., 14 Euro

Der Titel, die Schreibweise, die sehr kräftigen Farben auf dem Cover – das muss schon auch kräftige Texte enthalten und kräftige Bilder.
Das er erste Gedanke, bevor ich das Buch aufmache.

Das erste Gedicht – Psalm 23a – kann man gut als Programm betrachten, als Anweisungen für das Schreiben:

Man sollte es ganz zitieren, das ist nützlich für viele, man kann so gut zustimmen – und ablehnen

„Habe Spaß – und habe Feinde!“

Ein religiöses Motiv – Ich entnehme ihrer Biografie, dass Katharina König katholisch getauft ist, die Kirche verlassen hat, jetzt evangelisch ist – also eine Sucherin ist. Die vielleicht gefunden hat.

Sie kümmert sich um die Gegenwart, und das alltägliche Geschehen, sie hat keine Angst vor ungewöhnlichen Wörtern in Gedichten:

Normenkontrollkontrolleure
Schmerzvergesslichkeit
Vorwurfsverwalter

Weil sie viel studiert hat und darüber denkt und schreibt, findet sie keine leichten und schnellen Antworten. Eher kann man sagen „meine sperrige menschlichkeit“ zwingt ihr immer neue Fragen auf, Antworten findet sie, aber die müssen nicht für alle gelten, das wäre ein zu großer anspruch, aber man kann gut die eigenen Antworten an ihren messen, vergleichen, entdecken, auf eigene neue Antworten stoßen, also etwas tun, was Gedichte müssen: Leserinnen und Leser anstoßen, nicht in Ruhe lassen.

Die Malerin Julia Mabry sagt von ihrer Arbeit: „Die meisten meiner Bilder sind nicht fertig.“
So etwas könnte auch Katharina Körting sagen. Ein Gedicht wird für „fertig“ erklärt und muss hinaus – sonst würde es nie fertig.

„Ich falle auf jeden dichter hinein
Der mich auf die richtige weise nicht
Anlächelt, keinem sage ich für immer nein“

Man muss genau hinschaun, es lohnt sich.
Verschlungene Wege mit der Dichterin gehen, und selbst herausfinden – was möchte man denn mehr von einem Gedichtband verlangen.