Was für eine Premiere - Richard Pfund begeisterte das Publikum mit seinem neuen Buch 'Horst der Höllenhund'
Was für eine wunderbare Premiere. Richard Pfund hatte zur Premiere seines neuen Buches 'Horst der Höllenhund' in den Gemeinschaftsraum seines Wohnhauses in Baden-Baden eingeladen. Und mehr als 50 Menschen waren gekommen. Freunde aus dem Haus, aus dem Inklusionstheater, aus der Trommelgruppe, aus dem Schachverein und viele Menschen mehr. Richard Pfund wurde im November 1994 mit einer infantilen Cerebralparese (ICP), also einer Bewegungsstörung, ausgelöst durch frühkindliche Hirnschädigungen, geboren. Aufgrund dieser angeborenen Spastik sitzt Richard Pfund im Rollstuhl, ist in seiner Bewegung stark eingeschränkt und braucht in allen Alltagssituationen Hilfe. Aber es ist bereits seit 2022 sein drittes Buch im Geest-Verlag.
Verlagsleiter Alfred Büngen leitete die Veranstaltung mit einigen bewegenden Worten zum Autor und zu seinem literarischen Schaffen ein. Für ihn ist Richard Pfund wirklich gelebte und aufrechte Literatur, gleich ob er Lyrik, kurze Prosa oder wie diesmal Satire
schreibt. Er hält uns mehr als einmal den Spiegel vor, lässt uns an seinen Gefühlen, an seinem Denken teilnehmen und erfasst die Welt für uns mit anderen Augen, gerade in seinem neuen Band. Richards Vater machte in seinen Vorbemerkungen deutlich, wie hoch die gesellschaftliche Gefahr gerade heute u. a. für Menschen mit Behinderungen ist.
Zentrale Rolle in seiner neuen Satire spielt Horst, der Höllenhund. Wegen eines burnouts notwendigen Urlaubs des Teufels bittet der den Autoren Richard Pfund, seinen Höllenhund für einige Zeit zu beherbergen. Notgedrungen willigt Richard ein. Und so beginnt eine mehr als aufregende Zeit.
In geradezu faszinierender Vortragsweise brachte Isabelle Demey (aus dem SWR als Sprecherin mehr als bekannt) die Satire von Richard Pfund zum Leben. Jeder Figur gab sie eine eigene Sprache. Horst und der Teufel (warum hat der nur einen österreichischen Akzent) gelangen ihr so hervorragend, dass das Publikum zum Teil mit Tränen und Lachen reagierte. Großer Beifall nach jeder Sequenz, die stets durch die höllische Geräuschkulisse eines Musikers eingeläutet wurde. Fast glaubte das Publikum, dass die Hitze, die an diesem Tag herrschte, auch Teil des Programms war. Am Ende gab es einen großen Applaus für Vortragende, Musiker und natürlich dem Autor, und jede Menge verkaufte Bücher.
Auf viele andere Lesungen freut sich Richard Pfund natürlich.
