Gedicht des Tages

Ulrike Kleinert - Menschenrechte im Garten (Gedicht des Tages)

Ulrike Kleinert
Menschenrechte im Garten

 

Menschenrechte im Garten

Wo wäre ein besserer Platz
als in diesem Garten,
den die Bürger mit
Zähnen und Groschen verteidigen.

Wo würden sie
besser gepflegt als hier,
wo Schulklassen
ihre Buchstaben polieren.

Wo sonst könnten sie sich
so an die Erde schmiegen
im langen Band
und unseren Wegen Halt geben.

Wir können an ihnen wandeln
in der Blüte der Büsche,
im Geruch der Kräuter,
unter den Kronen der Bäume.

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Marianne Pumb - die Rabenmutter (Gedicht des Tages)

 

Die Rabenmutter
(ein Heldinnenepos)

Rabenfrau und Rabenmann
konnten sich gut leiden
balzten im Spätwinter dann
bauten’s Nest aus Zweigen
oben hoch im Baum.

Sie träumten ihren Traum
von sieben kleinen Raben
die wollten sie gern haben.

Und schon Ende Februar
brütete die Schwarzmama
bläulich Eier   wunderbar
und der stolze Rabenmann
schaffte flink das Essen ran.

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Gisela Mustermann-Fiedler: Tauwetter I und II (Gedicht des Tages)

 

 

Gisela Mustermann-Fiedler
Tauwetter I

Der Schnee lässt seinen Mantel vergehen,
alles was er umhüllte, verdeckte, weiß erschienen ließ,
liegt nackt vor mir:
zusammengebrochene Stauden, der kranke Körper,
leere Heizöltanks, ein blankes Konto, Spritzwasser vom LKW, schroffe Begegnung.

Fußstapfen aus feuchtem Deck, Schmutzpfade führen durch das Haus.
Respektlose Profilabdrücke, egoistische Ziele von Menschen auf den Boden geschrieben.
Katzen und trockene Socken hinterlassen keine Spuren.

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Vanja Michailova: Entkommen (Gedicht des Tages)

 

 

ENTKOMMEN

Eines Tages will ich entrinnen
und mich verlieren.
Ich will mich zerschmeißen,
mich zerreißen, mich zerfleischen, mich zerbeißen …
Und schweigen! Nichts sagen!

Ich will die Wand durchbrechen
und mich an dem Leben rächen.
Ich will mich einmal verdrecken
und dann … verrecken.

Ich will diese verdammte Zelle –
meinen Körper –
zersägen, zerfetzen, zerfressen
und mich entfesseln.

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Autor: 

Buch: 

Dieter Wöhrle - Ein Bilderbuchseptember (Gedicht des Tages)

Ein Bilderbuchseptember

Lene sieht den Bilderbuchseptember
durch das Fenster. Doch sie sieht ihn grau.
Denn sie weiß, es kommen bald November,
Wind und Kälte, Eis und Frost, Dezember.
Und im Magen wird ihr etwas flau.

Draußen wärmt das Licht der Sonnenstrahlen.
Doch am Boden, sieht sie, liegt das Laub.
Wenn sie könnte, würde sie das malen.
Doch sie kann nicht. Lene denkt in Zahlen,
fühlt sich unempfänglich, blind und taub.

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Herbert Mannel: Verqualmter Raum (Gedicht des Tages)

Herbert Mannel
Verqualmter Raum

Verqualmter Raum.
Musik dröhnt in meinem Kopf.
Schau noch ab und zu zur Tür, vergeblich.
Ein alter Mann in der Ecke schläft.
Verdammter Alkohol.
Von draußen das Lachen eines Liebespaares.
Komm schenk noch mal ein.
Frag nicht lange.
Tiefe Wunden heilen schlecht.
Nicht nur Rosen haben Dornen.
Nein, kein Vermissen mehr.
Komm frag nicht lange,
schenk mir einfach ein.
Tiefe Wunden heilen langsam

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Vanja Michailova: Entkommen (Gedicht des Tages)

 

ENTKOMMEN

Eines Tages will ich entrinnen
und mich verlieren.
Ich will mich zerschmeißen,
mich zerreißen, mich zerfleischen, mich zerbeißen …
Und schweigen! Nichts sagen!

Ich will die Wand durchbrechen
und mich an dem Leben rächen.
Ich will mich einmal verdrecken
und dann … verrecken.

Ich will diese verdammte Zelle –
meinen Körper –
zersägen, zerfetzen, zerfressen
und mich entfesseln.

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