Gedicht des Tages

Rudolf Schlabach - Jetzt (Gedicht des Tages)

Rudolf Schlabach
Jetzt

 

JETZT

Ehemals hatte ich’s
schwer mit der Frage
nach Sinn. Mein ganzes
Leben hindurch blieb
sie mir wie ein Verhängnis.

Nun aber, nur noch
langsamen Schrittes,
genügt es mir schon,
ja ist es Glück mir,
zu gehen etwa
am Bach entlang
den alten Weg.

Der lautlose Himmel
ist nebelgrau. Der Herbst
zaubert Farbe ins Laub.
Die welken Blätter
unter meinen Füßen
rascheln und sind
wie ein Teppich weich.

Bald werden sie modern.

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Erich Pfefferlen - Glaub mir (Gedicht des Tages)

Glaub mir


Die Gestalt deiner Finger
deiner Hände
verrät deine Geschichten

Dein Händedruck misst
deinen Lebensdruck
und -widerstand

Dein Lachen über beide Ohren
kann alles

Deine Blicke
immer offene
Wärme

Wärme glaub mir
Undankbarem
sie verwöhnt

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Ziola Aurora - Mutter Natur wird langsam alt (Jugendliche melden sich zu Wort)

Ich stehe im Wind, auf der Spitze des Schallschutzwalls. Mein Lieblingsplatz. Der Himmel sieht wunderschön aus. Für einen Moment ist die Welt perfekt, und ich fange an zu summen. Doch ich breche ab, als mir bewusst wird, dass ich einen Fehler gemacht habe. Mein Lieblingsplatz ist gar nicht Mutter Naturs Verdienst. Er wurde von Menschen aufgebaut, um den Lärm von der Straße fernzuhalten. Wenn ich jetzt schon so einen Lieblingsplatz habe, was dann?

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