Gedicht des Tages

Marina Richter - Ich träumte (Jugendliche melden sich zu Wort)


Marina Richter
Ich träumte

 

ICH TRÄUMTE

Ich träumte, ich wäre ein Fisch
auf dem Trockenen.
Ich träumte, ich wäre ein Welpe
auf der kalten Straße.
Ich träumte, ich wäre ein Vogel
    mit gebrochenen Flügeln.

Albträume, alles Albträume!
Sie nehmen mich gefangen,
ziehen mich hinunter
und lassen nicht mehr los.
Hilfe, ich brauche Hilfe!
Drohe zu ertrinken in mir selbst!

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Marianne Pumb - Die Rabenmutter (Gedicht des Tages)

Die Rabenmutter
(ein Heldinnenepos)

Rabenfrau und Rabenmann
konnten sich gut leiden
balzten im Spätwinter dann
bauten’s Nest aus Zweigen
oben hoch im Baum.

Sie träumten ihren Traum
von sieben kleinen Raben
die wollten sie gern haben.

Und schon Ende Februar
brütete die Schwarzmama
bläulich Eier   wunderbar
und der stolze Rabenmann
schaffte flink das Essen ran.

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Julia Iwaschenko - mein weg (Jugendliche melden sich zu Wort)

Download: Audio icon iwaschenko.mp3

mein weg

mein weg ist eine treppe
bis zur sonne
ich werde zielstrebig
zu diesem ziel gehen
etwas überirdisches
gleich einem regenbogen
füllt mein leben
mit verschiedenen farben
manchmal sind sie
dunkler als die nacht
und manchmal sind sie
ganz hell
sie vermischen sich
und haben dabei
die macht
mich zu ändern
ich habe mir
meine welt ausgedacht
die in mir lebt
gehend verteile ich
meine gefühle
gedanken und kenntnisse

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Marianne Pumb - Steinchen schmeißen (Gedicht des Tages in deutscher und türkischer Sprache)



 

Marianne Pumb
Steinchenschmeißen

Nur so zum Spaß
spielen wir dieses Spiel.

Formen unsere Worte
zu Steinchen
und zielen aufeinander.

Aus Steinchen werden
Steine, Felsbrocken ...

Eine Stunde Ehrlichkeit,
wer trifft am besten?

Nur so
zum Spaß –
versteht sich.

Nur so zum Spaß
fühle ich mich getroffen
mitten in den Leib
und Blut tropft
klebrig und warm
in deinen lächelnden Mund.

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Bettina Thierig - Wiedererkannt (Gedicht des Tages)

Wiedererkannt


Dabei hätte ich
Beinahe vergessen
Wie es sich anfühlt
Zu lächeln
Damit die Tränen
Nach innen fließen
Zu Streicheln
Weil er doch nicht
Verstehen
Würde
Mich zu fragen
Merkt er denn nichts
Dass ich
Gar nicht hier bin
Am besten
Rede ich mit mir selbst
Auch nicht mehr

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Doris Egger - Nacht (Gedicht des Tages)

nacht


wo ist das licht
gestern noch gesehen
heute schon entschwunden
nur finstere nacht
schwärzer als sogar der teufel erlaubt

die bäume
kahl
ohne blätter
in dieser finsternis
unwillkürlich stößt sich
das leben in dieser dunkelheit an ihnen

bäume
einst strotzend vor leben
nun ein hohn der wirklichkeit

der igel
eine kleine kugel
stachelig
und rund

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