Allgemeine News

Miriam Bornewasser - Lauter, Bäume

Miriam Bornewasser
Lauter, Bäume

Schau mich an.
Sag, was hörst du?
Du erkennst mich nicht.

Beschreib mich mit einer Farbe,
finde den Ton.
Du erkennst mich nicht

Ich bin ein Rauschen,
ein Gebrumme
und die ferne Stadt

Du wolltest, dass ich mich zivilisiere,
hast mich ganz gerade aufgereiht,
ein Hauch haut mich um.

Versuch mich anders einzufangen,
darin, wie ich wachse,
wie ich mich nach oben strecke,
falle.

Ich bin knarzig, eloquent.
Spürst du mein Gefühl?

Cornelia Eichner - Neuland

Cornelia Eichner
Neuland

Also noch einmal:
Jemand zäunt ein Feld ein,
legt Rollrasen auf, wartet.

Wartet auf die Birken,
aber die säen sich nicht.
Wartet auf den Wald, aber

der traut sich nicht.
Wartet auf die Hasen,
die bleiben beim Fuchs.

Jemand stellt nun Stühle
auf's Feld aus aller Länder
Hölzern, - und wartet auf die Wurzeln.

Jemand setzt händisch Schmetterlinge
auf die Stühle auf dem Feld von
118 Arten, wartet.

Die scheren sich nicht um’s

Frank M. Fischer - Suche nach Wald

Frank M. Fischer
Suche nach Wald

Wenn alle Blätter gefallen sind
Steht der Wald kahl und leer
Und schutzlos, als hätte jemand
Im kalten Raum die Decke weggezogen

Doch täusche dich nicht
Die Bäume wissen was sie tun
Ihre Zeit ist dir nicht vertraut
Ihr Schweigen sagt dir nichts

Daher tust du gut daran
Ebenfalls zu schweigen
Wenn du ihn durchschreitest
Und dem Gesang der Winde lauschst

Wenn du den Wald suchst
Schließe die Augen, er findet dich
Schließt sich um dich

Punkt. Das 17. Schreib- und Buchprojekt für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aus dem Ruhrgebiet geht mit 108 Beiträgen in die lektorale Arbeit

Eine Anthologie mit den Texten aus der auch oder vielleicht auch besonders für Jugendliche schwierigen Corona-Zeit und zugleich eine Anthologie des Umbruchs (viele Jugendliche, die lange dabei waren, haben die Altersgrenze erreicht) - so könnte man die nunmehr 17. Essener Jugendanthologie umreißen. 108 Kinder und Jugendliche schafften es mit ihren Texten in das Buch, das nun in die lektorale Bearbeitung geht. Noch vor den Herbstferien sollten die einzelnen Autorinnen dann ihre Korrekturfahne bekommen, ehe es im November in die Buchpremiere geht.

Die 3. Klassen der Paul-Maar-Schule begeisterten am gestrigen Schreibtag bei den Schreibarbeiten für ihr Buch

Unglaublich, mit welcher Begeisterung die SchülerInnen der 3. Klassen am gestrigen Mittwoch geschrieben haben. An 12 Schreibstationen in der Schule konnten sie gestern Gedanken, Erlebtes und Erträumtes niederschreiben. Insbesondere das Reimen von Gedichten begeisterte sie immer wieder. Lehrer und pädagogische Begleiter standen ihnen an allen Stationen mit Rat und Tat zur Seite. Und zwischendurch gab es bereits zwei Vorleserunden, in denen die SchülerInnen vor allen Mitwirkenden ihre Texte vortrugen.

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