Erst fällt mir das Hakenkreuz gar nicht auf. Wenn ich mit der U-Bahn nach Hause fahre, geht mein Blick meistens ins Leere. Ich lese die überladenen Werbeversprechen über den Köpfen meiner Mitfahrer oder starre auf mein Handy, nur um ihnen nicht in die Augen schauen zu müssen.
Das Hakenkreuz ist klein, nur ein paar Zentimeter breit, und wurde mit schwarzem Filzstift auf die Fensterscheibe gemalt, direkt neben dem linken Ohr der Frau mit dem stren-gen Dutt, die mir gegenübersitzt.
Es fällt mir nur auf, weil ich ihre Ohrringe betrachte. Echte Perlen.