Gedicht des Tages

Fritz Reutemann - death of pop (gedicht des Tages am 10. Juli)

death of pop

der massenmedial
aufgebauschte tod eines
pädophilen moonwalkers
zum superhypen massenwahn
zum king of pop
total globalisiert wird man zeuge
eines beispiellosen superruns
um rechte geld & welche wahrheit
auch immer
der devotionalienhandel blüht
es sorgen biografen
geschäftemacher
& die verwandten für
seinen nachruhm
diese jacksonmania
hat gerade erst begonnen
die leichenfledderei
par excellence

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Karin Flörsheim - Die Zeit macht keine Sprünge (Gedicht des Tages am 8. Juli)

Die Zeit macht keine Sprünge

Die Zeit
Macht keine
Sprünge auch
Nicht die Uhr

Doch ich springe
Von Haus zu
Haus von Stadt
Zu Stadt

Sammele wieder
Friedensworte
Doch mein Korb
Ist voller Schnee

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Barbara Erdmann - Müde (gedicht des Tages am 6. Juli)

Müde

Alt gewordene Gedanken
suchen einen Parkplatz
zur Nacht
umgeben sich
mit dem Netz  
der Benommenheit
durchtorkeln
trunken die Sinne
ein letztes Aufbäumen
zerfetzter Wortgebilde
dann ziehen Traumengel
den Vorhang der Entspannung
vor das knisternde Auge
gehüllt in kreatives Nichts
zucken Muskeln
ihren gähnenden Abschied

nur die Ohren
im Dienst
als Wächter der Nacht
genießen
die wiederkehrende Ruhe

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artur nickel - hase und igel (Gedicht des Tages am 23. Juni)

hase und igel  

eine kirchturmuhr
die ihre stunden
schlägt

ein bussard
der am himmel
seine kreise zieht

ein fisch im see
der nach einer mücke
springt

ein hase
der mit einem igel
spielt

ein kinderlachen
das sich damit
nicht zufrieden gibt

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Gabor Paal: Die Blätter ziehen (Gedicht des Tages am 14. Juni)

Die Blätter ziehen

Das Wasser färbt sich
unter flüchtigem Dunst
transparent herbstlich
wie natürliche Kunst
in der gläsernen Tasse.

Zwei davon getrunken
überfällt mich Euphorie
jeder Tropfen ein Funken
so meine Theorie
von der gerbsauren Masse.

Nach Milch
oder nach Zucker
fragt nur ein Knilch
nur arme Schlucker.
Sie wissen nicht
was sie versäumen
den Glanz, das Licht
den Stoff zum Träumen.

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Jana Jürß - vergessen (Gedicht des Tages am 13. Juni)

Jana Jürß

Vergessen

 

Der Tag vergessen

fast

er war nichts wert

hat mich gefressen

in kleinen Bissen

hat mich zerkaut

ganz langsam

genüsslich

meinen Schreien gelauscht

hat selbst die Knochen verschlungen.

Nur ein letzter kleiner Rülpser

erinnerte daran,

dass ich einmal annahm

der Tag könne meiner sein.

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Sabine Prilop - Erinnerung (Gedicht des Tages am 11. Juni)

Erinnerung

Wenn ich zeitnah zurückdenke, bewegen
sich meine Gedanken auf mich zu.
In den bekannten Verstecken des Hirns
tanzen die Bilder noch ohne Unschärfe.

Das Ausloten möglicher Schärfe,
die nach Jahren noch sichtbar ist, drängt sich
wie eine doppelt geschliffene Klinge
als Wahrnehmung immer häufiger auf.

An Tagen, die etwas bedeuten,
bereue ich abends die lauten Akkorde,
die mich narrten und Glauben machten,
alles darf bleiben
wie tags.

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Gerhard Butke - Werbung (Gedicht des Tages am 8. Juni)

Werbung

Investieren Sie
in Immobilienfonds
empfiehlt
im Schaufenster
ein Plakat
farbig hochglänzend

Auf einem Zettel
weiß kariert
an die Wand geklebt
mit Tesakrepp
steht in ungelenker Schrift
Krieg ist Scheiße

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Erich Pfefferlen - Liebe Feinde (Gedicht des Tages am 6. Juni)

Liebe Feinde

Habt Dank
für all die vielen Steine
die ihr mir in den Weg gestellt
so lernte ich
immer besser ausweichen

habt Dank
für neidische Blicke
durch sie erst
hab ich tiefer in euch blicken können
als in manchen sogenannten Freund

habt Dank
für die mit Volldampf losgelegte Feindschaft
durch sie erst hab ich erlernt
Geduld für kleine Schritte
notwendig für jedes
große Ziel

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