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ANDY WIRSZ, „Bittersüße Wirklichkeit“

ANDY WIRSZ, FÜRTH
Ausschreibung „Bittersüße Wirklichkeit“

Ich bin ein Mensch mit Behinderung, glaube ich. Davor war ich „behindert“, „gehandicapt“ oder einfach nur „ein Krüppel“. Früher war ich tabu, eine Bürde der Gesellschaft und bemitlei-denswert. Heute werde ich übersehen.
Wir dürfen kein Geld sparen, solange der Staat für uns zahlt. Aber wir sollen ja dankbar dafür sein. In einer Behindertenwerkstatt verdienen wir nicht einmal den Mindestlohn, aber wir sollen froh sein, dass wir etwas zu tun bekommen. Wir dürfen existieren, aber nicht leben.

CYRIL ANNE WUSSOW, Wunderbares Leben

CYRIL ANNE WUSSOW, BIEBERGEMÜND
Wunderbares Leben – (1983)

Ich soll nicht hier sein
alles fühlt sich falsch an
ich würd‘ lieber
im Vorlesungssaal
in einem Büro
oder im chaotischen Labor.

Nur nicht hier.

Vor sechs Jahren
alles war noch anders
bis eines Tages, da lag ich –
wie eine tickende Bombe
schwaches Herz, kaputte Aorta
Aneurysma – da im Bauch.

Marfan – die Ursache.

Alles klingt fremd –
ich verstehe nichts
komplett am Boden
aufgehört zu leben

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