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Fischer, Frank M. - Ein Gefäß für den Tag - A vessel for the day

Ein Gefäß für den Tag


Als du mich fragtest wer ich sei
Wusste ich es nicht, weil es nichts gab
was bildhaft hätte sein können oder greifbar
wenn ich in den Tag fallen musste
ohne zu verschwinden

Welchen Tag wählte ich denn um mich zu finden
In welchen Tagen erschien ich ganz im Bild
Wie den Tag so fassen, dass er niemals verblasste
Dass er ein bleibender werden konnte und bei mir
Aushielte um Gestalt zu werden

Auch an diesem Tag deutete nichts auf mich hin
Während sich das Meer an die Küsten warf

Heinz Ruch - Ich weiß es nicht (Antirassismusaktion 'Vor allem anderen bin ich Mensch'

Ich weiß es nicht

Warum verstehen sich die Völker nicht?
Warum hassen sich weiß und schwarz?
Warum haben es Schwarze schwer,
in der Welt der Weißen?
Ich weiß es nicht.

Warum spricht mein Schwager vom Neger?
Warum nennt die Nachbarin Schwarze Kohlensäcke?
Warum meinen Weiße
sie seien besser, etwas Besonderes?
Ich weiß es nicht.

Warum?
Und sie meinen Menschen,
Menschen, die nicht aussehen wie wir,
Menschen, die andere Wurzeln haben,
andere Gene, aber Menschen.

Herzlichen Dank für die vielen Weihnachts- und Genesungswünsche

Ganz herzlichen Dank sagen wir für die vielen Weihnachts- und Genesungswünsche, die uns in diesem Jahr per Post (wir lieben handgeschriebene Briefe und Karten) und mail erreicht haben. Wahrscheinlich wird es bis kommendes Jahr dauern, bis dass wir uns bei allen bedankt haben. Habt ein wenig Nachsicht, wir versuchen uns gerade ein wenig von diesem verrückten jahresende mit unserer Corona-Erkrankung zu erholen, was zunehmend besser gelingt. Euch allen einen schönen zweiten Weihnachtstag und achtet bitte auf die notwendigen Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln.

Thomas Bartsch - "Weh dem, der keine Heimat hat"

„WEH DEM, DER KEINE HEIMAT HAT“

Friedrich Nietzsche


Die Winterkrähen verscheuch ich nicht
Lad sie ein in meinen Garten
Geb ihnen von meiner Saat

Sie bringen Kunde aus der Fremde
Die jenseits der Städte
Und Stuben liegt

Doch kenn ich sie als fliegende Schatten
Die durch Träume, Schweigen
Und Kälte ziehn

Sie krächzen im Fluge ihr Heimatloslied
Das mir auch klingt
In behütendem Raum

Mein Blick will noch folgen
Ich seh sie nicht mehr
Und spür ihre Schwingen im Hals:

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