Gedicht des Tages

Karin Flörsheim - Wohin (Gedicht des Tages)

 

Wohin

 

Wohin wandern

Meine Worte

Wohin fliegen sie

 

Schlafen sie in

Vergilbten Seiten

Im Kopf

Eines Menschen

 

Schwirren sie

Mit dem Gesang

Der Vögel durch

Die Lüfte

 

Zerschellen sie

An den Ufern

Anderer Sterne

Im unendlichen Sein

 

Vielleicht

Kehren sie zurück

In den Mund

Der Schöpfung

 

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Uwe Erwin Engelmann - Aufruf (Gedicht des Tages)


 

Ach

lasst mir
doch

den Geruch
der Freiheit

und versucht
nicht jetzt

meine
erlahmenden Flügel zu brechen

wo mir jeder
Schlag wehtut

den ich
mache

und auch
nicht sicher weiß

wo ich lande

 

lasst mich
doch

noch einmal
abheben

dem Geruch
weiter folgen

den ich ein
Leben lang als

                 meine Freiheit

                             zu erreichen versucht

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Brigitte Spreitzer: Wollen wir dem Wunder (Gedicht des Tages)


Wollen wir dem Wunder
eine Erlaubnis einholen?
Herztöne genehmigen lassen?
Engel um Passierscheine fragen?
Du deutest auf befestigte Grenzen.
Ich sehe zwei Kinder
vorbeischleichen an Uniformen.
Ein Lied auf den Lippen
schlüpfen sie durch Ladungen von Angst
und hüpfen um die Wette auf
dem Minenfeld.
Spielen Kugelfangen im Schussgewitter.
Nur ihr Lachen zählt

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gülay caglayan: Es ist zeit (Gedicht des Tages)

Es ist Zeit

Es ist Zeit aufzuatmen.
Es ist Zeit aufzubrechen.
Die Dinge so zu nehmen, wie sie sind.
An dir selbst zu scheitern,
Bevor du andere Mauern erklimmst.
Dich selbst zu prüfen,
Bevor du an der Bewährung anderer mitwirkst.
Es ist Zeit, die Zeit zu nutzen!

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Brigitte Spreitzer: Wie oft muss ich die Hände (Gedicht des Tages)

Spreitzer, Brigitte: Rief es nicht

 

Wie oft muss ich die Hände
ins Gletschermeer tauchen bis
sie an Dich rühren dürfen?
Wie viele Mal den Mund
ans Eis legen bis
er durchschmilzt zu Dir?
Du weißt
ich bin längst auf dem
Weg ins kristallene Schweigen
Genährt nur vom
Weiß zwischen Dir und mir.

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Elisabeth Lichter: Heidelberg (Gedicht des Tages)

In den Bildern der anderen
dichtergläubig ich liebe
die Stadt aus Büchern der Traum
ehe ich sah

Angekommen nach Jahren
der erste Tag glauben alles hätte
gewartet wie ich mit fremden nicht
die eigenen Augen ziehen ein

Von der Terrasse das Schloss
leise Farben um roten Stein
Maiengrün über dem Fluss
an diesem Tag dem Jahre folgen

Mit Fremden den vielen teilen den Mai
die Jahre fortgeschrieben unter den Dächern
Hölderlins ländlich Schönste
niemals geschlossene Tore sind aufgetan

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Thomas M. Mayr_ Losjagen

Losjagen

 

 

Noch einmal loslaufen

ohne Ziel

und frei der Zeit

Staub unter den Zehen

und von dort unten

den Schrei

durch den Körper jagen

bis in die Haarspitzen

spüren was keimt

den Wind mit meinem Geruch färben

der Sonne meine Haut unter die Strahlen reiben

mit den Vögeln um die pure Lust lachen

und singen

singen

bis Antwort kommt

und die Blätter fallen

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