Gedicht des Tages

Doris Egger - Der Weg (Gedicht des Tages)

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der weg

nacht
nebel
tod
drei begriffe
ein wort
ein ort

der wanderer
so erschöpft
so müde
ohne hast
ohne rast
unterwegs
seit tagen
seit wochen
seit monaten
seit jahren
seit jahrzehnten
seit jahrhunderten
seit jahrtausenden
seit jahrrmillionen
seit jahrmilliarden
ein ganzes erdenalter lang

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Autor: 

Buch: 

Herbert Mannel - Ein stilles Spiel (Gedicht des Tages)

 

Ein stilles Leben,
farbloses stilles Leben.
Sonne scheint ausgelöscht,
Schatten durchwandern den Raum.

Da sitzen wir
und trinken den blutigen Kaffee,
schwarz muss er sein, schön schwarz.
Eingesperrt in unserer Welt, schauen wir
nicht mal mehr aus dem Fenster,
schauen lieber den Porno im TV.

Dein Jammern überall,
doch das Rauschen des Meeres
hörst du nicht
in diesem Überlebensspiel
mit gefühllosen Akteuren.
Der Käfig unseres Lebens.

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Autor: 

Buch: 

Frauke Baldrich-Brümmer - zurecht gelegt (Gedicht des Tages)

zurecht gelegt

 

die angst ist nicht

mehr länger blinder

passagier sondern

setzt sich ans steuer

 

in einen traumomnibus

mit ziel private

wortaudienz bei dir

 

keine leichtherzige

reise ist dies denn

die sehnsucht macht

überstunden und an jeder

weggabel die frage

herz oder zahl

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Buch: 

Christl Schmidt-Holländer - Handgehäkelte Pension (Gedicht des Tages)

 

Handgehäkelte Pension                                                   

Wer kann das mögen?
Die Spitzendeckchen –
die Trockenblumen –  all überall –
bunte Gartenzwerge groß und klein!
Solche Gemütlichkeit
nimmt mir die Luft.
Ich will atmen.
Aber hier steht die Häkelfrau.
Erzählt von Krebs,
Tochtergeschwüren und Enkelsorgen.

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Thomas M. Mayr - Losjagen (Gedicht des Tages)

Losjagen

 

 

Noch einmal loslaufen

ohne Ziel

und frei der Zeit

Staub unter den Zehen

und von dort unten

den Schrei

durch den Körper jagen

bis in die Haarspitzen

spüren was keimt

den Wind mit meinem Geruch färben

der Sonne meine Haut unter die Strahlen reiben

mit den Vögeln um die pure Lust lachen

und singen

singen

bis Antwort kommt

und die Blätter fallen

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Gerhard Butke - Gartentheologie (Gedicht des Tages)

 

Gartentheologie

Nach Eden
gen Osten hin
der Garten
aller Gärten
bewässert von
Euphrat und Tigris
mit Bäumen
und Blumen
und Samen die
Früchte bringen
und grünem Kraut
im Überfluss

Nach Gethsemane
wo Oliven wachsen
Ort der Stille
und des tiefen Schlafs
wo EINER nur wacht

Und darüber hinaus
nach Golgatha
an der Stätte
wo ER gekreuzigt wurde
ein Garten
ein leeres Grab
wo der Mandelzweig blüht

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Wolfgang Buchhorn - Gesichter (Gedicht des Tages am 22. August 2011)

Gesichter

Stoppelgrau und vielfältig
Voller Geschichte
Die alten Gesichter
Gegerbt von Wind und Not
Andere
Austauschbar und glatt in glänzendem Glamour
Makellos und ohne Leben
Voller Geschichten

Andere
Benetzt von salzigen Tränen
Und Angst
Strahlend vor Lachen
Das ansteckt
Nicht nur im Spiegel

Gesichter von Dauer
Und
Bleibender Wandlung
Doch eines nur
Hinter den vielen Gesichtern
Ist
Von Dir

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