Gedicht des Tages

Erich Pfefferlen - Sturz iins Leben (Gedicht des Tages am 12. Februar)

Sturz ins Leben

Das muss der Frühling sein:
Es springt auf
Knospe um Knospe
die Blütenblätter stürzen
ins Leben

Ungeschützt vertrauen sie
dem neuen Himmel
jenem größten Tischlein-deck-dich
Tag für Tag aufs Neue
dass er zaubert
sein Dottergelb herbei
an dem sich alles
wirklich alles labt
was Leben heißt

Der Himmeltisch hat schon ein Loch
doch weitermachen wie bisher
das tun wir doch

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Thorsten Trelenberg - Derselbe (Gedicht des Tages am 4. Februar)

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Thorsten Trelenberg, Schwerte
Derselbe

Immer noch derselbe
Geschmack von Einsamkeit und Vorahnung

Immer noch derselbe
Bus vom Zentrum in die Vorstadt

Immer noch derselbe
Weg die Steinstufen zum Elternhaus hinauf

Immer noch derselbe
Garten mit Zwergen, Fischteich und magerem Haselstrauch

Immer noch derselbe
Geschmack von Kindheit auf der Zunge beim Betrachten der vergilbten Fotos

Immer noch derselbe
Junge im blinden Spiegelglas

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Brigitte Spreitzer - Wohin fliehn wir nun mit unserm weißen Traum (Gedicht des Tages am 1. Februar)

Wohin fliehn wir nun mit unserm weißen Traum
der eintreten will
in eine Welt in der wir da sind
der unberührt liegen will
im leisen Geflaum –
weißes Schmelzen auf fernen Wangen.

Weine um dich
wie du sein wirst wenn ich
dich hineingerissen habe
in ein Bild.
Weine um mich
wie ich sein werde wenn ich
mehr war als der Brennpunkt
des Unmöglichen.

Engel setzen über Grenzen, heilig.
Wir –

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J. Monika Walther: Wann soll es sein (Gedicht des Tages am 31. Januar)

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Wann soll es sein?

Später soll es sein,
weil ich jetzt keine Zeit habe,
Geld, Pflicht, was du willst.
Wer liebt, geht verloren,
wechselt die Straßenseite,
verharrt im Wünsche aufsagen,
spricht ohne Stimme
Kinderreime.

Später soll es sein,
das Frühjahr war kalt
der Sommer nahm sich Zeit.
Wie lang ist es her,
fragte ich eine Reisende,
ohne Blick auf die Uhr sagte sie,
wenn Sie nicht langsamer laufen,
kommen Sie zu spät.
Also bleibe ich stehen.

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Rüdiger Stüwe: Im Buchladen (Gedicht des Tages am 28. Januar)

Im Buchladen

Erschnüffel Trüffel Büchernase
wie ein Wildschwein mit Gespür
gase gase ohne Pardon bei Affenberg
und Bohlen von verweile nicht
wo Märchen stehn und Politik
sich drängelt dicht an dicht mit
dem ehrlichen Gesicht verzinkt
und zugeklebt steh langsam stille
hier nahn sich sanftre Töne
Wellness Lebenshilfepille
da sind die Dichter nicht mehr weit
in der Tat am Anfang war das Wort
und Goethes Herrlichkeit schimmert blau
vom letzten Bord ganz unten

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Andreas Peters: Weiße Mäuse für den Putin (Gedicht des Tages am 27. Januar)

Weiße Mäuse für den Putin

Moskau (dpa) - Eine Bestellung des Kremls von 3200
weißen Mäusen gibt Moskau Rätsel auf.

Weiße Mäuse für Herrn Putin,
Sicherheit für  Präsident.
Denn es gab mal den Rasputin,
Im Visier - die Residenz.

Weiße Mäuse für den Putin,
Zum Vorkosten - Weinausschenk.
Giftanschläge - Tuttifrutti,
Und Rasputin der Mundschenk.

Für die Falken über Kreml,
Vor den Krähen ein Patent.
Kirchenkuppeln - aus dem Ärmel

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