Gedicht des Tages

Melanie Michels - Schwester (Gedicht des Tages am 15. Januar)

Melanie Michels
Schwester

die Einsamkeit
schlägt tausend Worte
bleibt der Traum
eingefasst in Blumenrot
und nur tausend Worte
nie geborene Schwester
vergeht ein Tag
vergeh’n gleich zwei
lebe mich
sag hier
bin ich
jetzt
wird alles
gut
tausend stumme Worte
ungeborene Schwester

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Safinaz Hallioglu - Für Dich (gedicht des Tages am 13. Janaur)

Für Dich

Schwarzäugige sich zierende Schönste
Mein Weinen ist für Dich
Meine Träume errichtend umhergehen
Wisse, Glaube ist für Dich

In Mersin sah ich zu ersten Mal dich
Aufmerksam achtend auf Deine Haltung
Sofort rannte ich zu meiner Mutter
Ja, Ja, für dich

Am Strand sprachen wir wenig
Erwählten am Ende das Gute
Mit einem Ring fassten wir uns kurz
Von meiner Oma dieser für dich

Unser Muhammed einem Heiligen gleich
Unser Yavuz eine Wissensflut

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Sven Scheller - Es kam anders, als ich dachte (Jugendliche melden sich zu Wort am 13. Janaur)

Es kam anders, als ich dachte

„Was willst Du denn machen? Alleine hier bleiben? Du wirst schnell Freunde finden! Mach Dir keine Sorgen, und die Sprache lernst Du auch schnell!“, sagte meine Mutter. Nach diesen Sätzen saß ich lange in meinem Zimmer und dachte nach. Der Raum war fast leer, nur noch das Nötigste nicht verpackt. Riesige Umzugs-kartons, deren Inhalt ein ganzes Leben sein kann.

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Siegfried Gebhardt - Wanderer (Gedicht des Tages am 11. Januar)

wanderer

unsere zeiten sind schwere zeiten
es gibt fast nichts zu tun
ich habe fast alles
wie fast alle andren auch
ich sage fast
weil ich irgendwo sitze
wo nichts läuft

da kam ein wanderzirkus auf mich zu
ich könne für sie sitzen
in einem wanderklo
ich bekam den mund nicht zu
das  irritierte sie
keine falschen vorstellungen
einspeisung  ausscheidung öffentlich
gnadenlos mit pipapo
mein kopf begann zu wiegen
vielsagend
lächelten sie
ich bekam den sitz

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Uwe Erwin Engelmann - Marode Beziehungskiste (Gedicht des Tages vom 10. Januar)

Marode Beziehungskiste

Unsere Gefühle
füreinander
sind nun wie Holz

faul riecht es mitunter
und es stinkt zuweilen verbrannt

wir ahnen
dass der Geruch in Zukunft
noch schlimmer werden könnte

gemeinsam schleppen wir unser Kreuz
zu einer frisch geschaufelten Grube

sprachlos
bereiten wir
unserer gemeinsamen Zukunft
ein jähes Ende

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Wolfgang Buchhorn - Endlich anhalten (Gedicht des Tages am 8. Januar)

Endlich anhalten

Anhalten ist nicht
Meine Sache
Verweilen fällt mir
Schwer
Ich könnt was verpassen
Das Ziel
Lockt
Zu sehr
Der Start ist erst
Morgen
Die Ehrung der Sieger
War
Gestern

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Lisa F. Oesterheld - Gaza im Januar 2009 (gedicht des Tages am 6. Januar)

Gaza im Januar 2009

In diesem Krieg
wird die Welt
verdunkelt
und die Menschlichkeit
entstellt
die Gewalt schreit

zum Himmel erhellt
vom Raketenfeuer
kein Stern
funkelt
und kein Komet fällt
aber Granaten

es warten
die Verwundeten
im gestundeten
Leben
erbeben
unter Detonationen

und die Weltnationen
beraten
Ach Davids Stern!
was ist aus dir geworden
in diesem Morden?

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Gábor Paal - Pädagogik (Gedicht des Tages am 2. Januar)

Pädagogik

Es sind Unterschiede, die bewegen
die Unterschiede machen
die Ahnungen anregen

die vermitteln, was wichtig
ist zu können, zu verstehen
und das möglichst auch richtig.

Dazu geben wir die Räume
lassen wissen, fühlen, ausprobieren
pflanzen und hegen zarte Bäume

an denen Sinn und Werte wachsen
fürs Klare, Echte, Spannende
als tragende stabile Achsen.

Machen wir aus ihnen Meister
wenn sonst noch nicht, so doch im Lernen

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Nünninghoff, Rolf - Weihnachtslied für Kinder (Gedicht des Tages am 25.12.)

Weihnachtslied für Kinder

Wer klopft so spät noch bei uns an
und brummt in seinen Bart?
Ist das vielleicht der Weihnachtsmann,
ob ihr auch artig wart?
Er kommt aus einem dunklen Wald,
dort wo ihn niemand find',
ist über tausend Jahre alt
und bringt das Christuskind.
Und wieder geht von Haus zu Haus
der alte graue Mann
und suchet alle Kinder aus,
die er beschenken kann.
Zu lieben Kindern kommt er gern,
kein Raum ist ihm zu eng,
er bringt den Segen unseres Herrn

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