Gedicht des Tages

Frauke Baldrich-Brümmer - zurecht gelegt (Gedicht des Tages am 17. August)

Frauke Baldrich-Brümmer

zurecht gelegt

 

die angst ist nicht

mehr länger blinder

passagier sondern

setzt sich ans steuer

 

in einen traumomnibus

mit ziel private

wortaudienz bei dir

 

keine leichtherzige

reise ist dies denn

die sehnsucht macht

überstunden und an jeder

weggabel die frage

herz oder zahl

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Gerhard Rombach - Überleben (Gedicht des Tages am 16. August)

Gerhard Rombach

Überleben

 

So schwer zu deuten

die Zeichen unserer Zeit

So viel Gewalt

so wenig Toleranz

 

Die Stärksten werden

die Letzten sein

In Höhlen vielleicht

oder als Kannibalen

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Andreas Peters - Im Epizentrum /Gedicht des Tages am 15. August)

Andreas Peters

Im Epizentrum

Treppe vorm Haus betonzementiert Fahrstuhl

Bewegungen in alle vier Himmelsrichtungen

Gerüttelt geschüttelt überfließend Maß in den

Schoß Buchgalerie gleich einer Galeere

Hundegeheule Katzenmiaue Stimmbüche

"Mein Sohn, es ist Erdbeben", Mutterdiskant

Ich dachte der Sinusknoten platzt die Brust

Berstet Luftspiegelung soweit das Auge reicht

Und ein Boot mittendrin und ein Buchgerippe auf

Dem Schoß verkrallte Finger Der alte Mann

Der Seismograph und das Meer sein Revier 

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Ulrike Kleinert - Der gelbe Rock (Gedicht des Tages am 11. August)

Ulrike Kleinert 

Der gelbe Rock

Der gelbe Rock
blendet den dunklen Mantel.
Sein Schlitz
gibt die atmende Haut frei,
den Geruch von Zimt
und Zitrone.

Den Mantel lang,
überm Haar das Tuch,
keine Spur Haut,
der Duft der Frau
bewahrt für zu Haus.

So kreuzen
geschlitzter Rock und langer Mantel,
werden der Jogginghose
kaum gewahr,
des federnden Turnschuhs.

Jede Frau auf ihrer Bahn.
Wie sieht sie
die andere wohl an?

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Sabine Prilop: Erinnerung (Gedicht des Tages am 10. August)

Sabine Prilop

 Erinnerung

Wenn ich zeitnah zurückdenke, bewegen
sich meine Gedanken auf mich zu.
In den bekannten Verstecken des Hirns
tanzen die Bilder noch ohne Unschärfe.

Das Ausloten möglicher Schärfe,
die nach Jahren noch sichtbar ist, drängt sich
wie eine doppelt geschliffene Klinge
als Wahrnehmung immer häufiger auf.

An Tagen, die etwas bedeuten,
bereue ich abends die lauten Akkorde,
die mich narrten und Glauben machten,
alles darf bleiben
wie tags.

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Aribert E.: So sieht der Sommer aus (Gedicht des Tages am 8. Augiust)

Aribert E.

so sieht der sommer aus

wie die ertragbarkeit der beginnenden nacht
wie die schwüle um die betten
wie der ruf der kühle früh am morgen
wie eiscreme
und alle drinks der welt

so sieht der sommer aus

wie fahrräder und hügelland
wie weiter felder flur
wie bier in trachtengärten
wie das wimmeln vor cafés
und der duft vollbrachten blühens

so sieht der sommer aus

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