Gedicht des Tages

Herbert Mannel - Wie ein kleiner Vogel (Gedicht des Tages)

Wie ein kleiner Vogel
in dunkler Nacht
sitzt er da.
Hat doch wieder verloren
in windiger Nacht.

Warten wieder auf’s Licht.

Nur der stumme Schrei
tief aus seinem Herzen
halt durch die kalte Nacht.

Dabei ist er nur gelandet,
um wieder fliegen zu lernen.


 

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Manfred Schwab - Utopie-Verbot (Gedicht des Tages)

Utopie-Verbot

Als es nur den nackten kalten
Kapitalismus gab
ach wie hofften da die Menschen
auf den wärmenden Mantel des Sozialismus

Als sie den zerlumpten Mantel
des bürokratischen Sozialismus sahen
ach wie hofften da die Menschen
auf den herausgeputzten Kapitalismus

Als der Staatssozialismus eines Tages
seine reale Existenz aufgab
und der Kapitalismus
die Weltherrschaft antrat
wie fuhr da die Hoffnung von Generationen
ach ins finstere Grab

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Ulrike Kleinert - Menschenrechte im Garten (Gedicht des Tages)

Menschenrechte im Garten

Wo wäre ein besserer Platz
als in diesem Garten,
den die Bürger mit
Zähnen und Groschen verteidigen.

Wo würden sie
besser gepflegt als hier,
wo Schulklassen
ihre Buchstaben polieren.

Wo sonst könnten sie sich
so an die Erde schmiegen
im langen Band
und unseren Wegen Halt geben.

Wir können an ihnen wandeln
in der Blüte der Büsche,
im Geruch der Kräuter,
unter den Kronen der Bäume.

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Volker Gallé - Hüter der Flamme (Gedicht des Tages)

hüter der flamme


gehen durch einen leeren winterwald.
die spur im schnee beweist die bewegung des fußes.
ein windschiefes haus. die läden klappern.
ich trete ein und zünde leise ein feuer an.
von draußen sieht es aus
wie weihnachten.
an den wänden spiegeln sich die geister des schwarzen wollens.
segeln vorbei im zorn.
im fremden haus zögert das licht.
aber es brennt.
ich sehe nichts am horizont.
das ferne leben schläft. es könnte zurückkommen.
in einem frühling, den ich nicht in der hand habe.

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Wolfgang Buchorn - Verwechslungen (Gedicht des Tages vom 17.01.2011)

Verwechselungen

Ich merke deine Heiterkeit
Bin blind für all die Tränen
Lasse mich gerne verführen
Zur seichten Leichtigkeit
Vermisse alle Tiefe

Gewahre deine Traurigkeit
Vernehme nicht den Jubelruf von dir
Ich schaue deine gierbesetzte Lust
Nicht deine angsterfüllten Augen
Und spüre nur mein drängendes Verlangen

Ich sehe dich
Doch mein’ ich  
Mich
Mit meinem ich-besetzten Wollen

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Wolfgang Bullerdiek - Man sagte mir (Gedicht des Tages am 27. April)

Man sagte mir

Man sagte mir:

Mit der Sünde kommst du
nicht ins Paradies;
dort sind nur die Reinen
und die –
die verzichtet haben.

Man sagte mir:

Das mit der Überwindung,
es ist Schwindel,
damit die, die oben sind,
besser fressen und herrschen
können.
Und es gibt überhaupt kein
Paradies!
Es gibt nur dies eine Leben,
das bald vorbei ist.

Und ich fand:

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