Gedicht des Tages

Frauke Baldrich Brümmer - das wandern (Gedicht des Tages)

Baldrich-Brümmer,Frauke: wörtlich bestäubt

das wandern

 

ich hab keine müllerslust

ich hab wunde schuh und

die bäume schlagen

mich aus

 

der fröhliche landmann

ist schlafen gegangen

mit einer nacktschnecke

aus nachbars gärtin

 

ein schreberzwerg mit

türkenstern und zwiebelmütze

ertrinkt am brunnen vor

dem tode

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Gülay Caglayan - Brot und Wasser (Gedicht des Tages)

 

Verwunde mich nicht mit deinen Waffen
Bin ohnehin ohne Schild
Nehme sie auf mich meine Schuld
Doch sah ich sie zu spät
Man erntet eben was man sät

Einen Mangel an Liebe, kann man nicht durch Bestreben beheben
Manchmal braucht man eben nicht reden
Das Herz kennt die Sprache, die man spricht
Auch, wenn es weh tut und sticht

Ist der Schmerz doch ein bittersüßer
Leben braucht aber mehr als nur Brot&Wasser
Die Erinnerungen sind Fluch oder Heil
Und die Wunden werden nicht durch die Zeit geheilt

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Rüdiger Stüwe - Grabrede im Bus (Gedicht des Tages)

 

Stüwe, Rüdiger: Köstritzer statt Klassik /Vorwort Günter Kunert

 

Grabrede im Bus

Er hat immer gegrüßt also ich
habe ihm eine Karte geschickt
es ist sehr schwer so jung
er hat vorher Kopfschmerzen gehabt
nimmt noch ne Tablette geht
zum Sport fällt um und ist tot
so schnell geht das
ich sag mir man hat auch
seine Wehwehchen
aber was ist das dagegen

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Ulrike Kleinert - Die Herrin der Käse (Gedicht des Tages)

Ulrike Kleinert
Die Herrin der Kaese

 

Die Herrin der Käse

Die Herrin der Käse
herrscht mit
einem Messer.
Sie teilt
gelbes Gold,
weißes, Kräutercreme,
Pastete,
lockt die Zungen
mit einer Messerspitze
voller Genuss.

Würziger Duft
hängt in ihren Kleidern,
die Namen der Käse
ihre Regierungserklärung,
ihre blonden Locken
über der Stirn wippen,
wenn sie die Käse wiegt.

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Andreas Peters - Ginkgo Baum in Reichenhall (Gedicht des Tages)

Andreas Peters

Ginkgo Baum in Reichenhall

 

Ich hatte einen wundersamen Traum,

Mitten im Felde stand ein Ginkgo Baum.

Die Kinder kletterten auf ihn herum,

Er stand nur da und freute sich drum.

Der Frühling kam mit seinem Gut und Hab,

Der Sommer, Herbst, der Winter in dem Trab;

Gestalten mit den Äxten hauten ihn dann ab.

Ich hatte einen wunderlichen Traum,

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Marianne Pumb - Die Rabenmutter (Gedicht des Tages)

 

Die Rabenmutter
(ein Heldinnenepos)

Rabenfrau und Rabenmann
konnten sich gut leiden
balzten im Spätwinter dann
bauten’s Nest aus Zweigen
oben hoch im Baum.

Sie träumten ihren Traum
von sieben kleinen Raben
die wollten sie gern haben.

Und schon Ende Februar
brütete die Schwarzmama
bläulich Eier   wunderbar
und der stolze Rabenmann
schaffte flink das Essen ran.

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