Gedicht des Tages

Pia Golanowsky - Wer hat uns zu denen gemacht, die wir jetzt sind? (Jugendliche melden sich zu Wort)

Wer hat uns zu denen gemacht, die wir jetzt sind?
Pia Golanowsky, Damme

War es der liebe Herr Schiller,
oder doch der gute, alte Goethe?
Waren es die Prinzen mit „Alles nur geklaut"
oder doch die Nachbarskatze, die vor dem Haus miaut?
Waren es schreiende Fußballfans in einem Stadion,
oder nur ein kleiner Vogel, der fröhlich sein Lied trillert?
Warst es sogar du,
oder war es vielleicht auch ich?
Wir alle waren es und auch nicht!
Denn es war das grüne Wesen,

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Aslaner / Tarhan - Vergiss nicht (Jugendliche melden sich zu Wort)

Vergiss nicht

Träume geben dir Mut
Träume helfen dir
Schwierigkeiten zu überwinden
Beim Träumen kannst du dich entspannen
Und über alles Mögliche nachdenken
Aus Träumen gewinnst du neue Kraft
Träume bieten dir einen Zufluchtsort
Beim Träumen ist man
In den schönsten Situationen
Träume lassen dich hoffen
Lass dir deine Träume nicht wegnehmen
Aber vergiss nicht
In der Wirklichkeit zu leben

Gülsah Aslaner (15 Jahre)
Merve-Nur Tarhan (13 Jahre)

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Brigitte Spreitzer - Draußen ziehn vorüber (Gedicht des Tages am 30. September)

Draußen ziehn vorüber
Menschen
Zeitknoten
Ich schnür sie nicht auf
Unserland zeitlos
gleitet durch die Lande
Ich wähle ein wenig
Blau ein wenig Purpur
Gold

lass sinken
lass sinken

In einer Geste einem
Anklang einem Vogelruf
berührst du mich

Ich bring dir die Antwort heim.

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Herbert Mannel - Ein stilles Spiel (Gedicht des Tages)

Mannel, Herbert - Jeder küsst nur seinen Schatten

 

Ein stilles Leben,
farbloses stilles Leben.
Sonne scheint ausgelöscht,
Schatten durchwandern den Raum.

Da sitzen wir
und trinken den blutigen Kaffee,
schwarz muss er sein, schön schwarz.
Eingesperrt in unserer Welt, schauen wir
nicht mal mehr aus dem Fenster,
schauen lieber den Porno im TV.

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Günter Ullmann - Die Erziehung der Gefühle (Gedicht des Tages)

 

das lachen gehört eigentlich

dem glücklichen kind

der aufgehenden sonne

der blühenden blume

der heilung des kranken

der befreiung der gefangenen

 

das weinen

dem tod des vaters

dem leid des kindes

dem schmerz des anderen

dem schuss an der grenze

dem gift in der welt

wie dem hunger

 

unsere gefühle werden immer wieder

durcheinandergebracht

in den endlosen fernsehabenden

in den billigen träumen der liebes-

kriminal- und wild-westromane

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Ulrike Kleinert - Die Gespenster (Gedicht des Tages)



 

Die Gespenster

 

Die Gespenster spielen auf,

ihre braunen Jacken

haben sie ausgezogen

und mit T-Shirts vertauscht.

Sie fahren keine Panzer

sondern auf der Datenautobahn,

ihre Aufmärsche zu zweit oder fünft

finden mehr am Biertisch

als in den Straßen statt.

Ihr Lachen zwishen den Zähnen

schimmert perlweiß

 

Sie heban das Gesicht

von Söhnen, Brüdern, Freunden,

Ehemännern

 

Viel von ihnen

schlagen nie zu.

 

Sie spenden nur

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