Gedicht des Tages

Karin Flörsheim - In der Eile (Gedicht des Tages am 22. Juli 2010)

In der Eile

In der Eile
Lebt
Mein Sein
Jeder Schritt
Entfernt vom
Kindsein
Jeder Schritt
Dem Tod
Entgegen

Doch Träume
Der Durst
Des Lebens
Lassen Sterne
Glühen Visionen
Leuchten
Meine Unruhe
Meerhaft werden

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Doeter Wöhrle - Vier Wochen Lebensglück (Gedicht des Tages am 18. Juli 2010)

Dieter Wöhrle
Vier Wochen Lebensglück

Das Leben Kurts war leer und öd.
Er ging den Leuten auf die Pelle.
Sie fanden auch sein Hobby blöd:
die neuen Eisenbahnmodelle.

Er wohnt´ bei Muttern, Hinterhaus.
Das konnte kaum ihn inspirieren.
Und abends dann, im „Treff“, bei Klaus,
blieb nur, die Barfrau anzustieren.

Doch plötzlich wie ein Donnerhall
zerstob die triste Langeweile.
Das Leben hatte Sinn: Ein Ball
trieb Kurts Adrenalin zur Eile.

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Elisabeth Lichter - Im Flüchtigen (Gedicht des Tages am 13. Juli)

Im Flüchtigen

Neben dem Mann
angeleint mit gesenktem Kopf
trottet der Hund

Befreit das Tier
im brackigen Wasser ein Bad
Spuren setzen die Pfoten
deutlich dann schwach dann nicht mehr

Die Fährte verblasst
verdunstet das Zeichen
ein Hund von dort lief er
wohin

Im Flüchtigen eine Berührung
Spuren dass sie vergehen
sie waren sie sind
auf dem Weg

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Rainer Weingärtner - Von Schwestern und brüdern (Gedicht des Tages am 4. Juli)

Von Schwestern und Brüdern  

Unter wie viel Sternenzelten
anderer Planetenwelten
leben Wesen – wie beschaffen?  
Welche staunend Sterne zählen
und sich forschend Fragen stellen –
wie wir vernunftbegabten Affen.

Zum Beispiel kluge Kakerlaken
mit irren Schrullen – witz’gen Macken.
Oder intelligente Viren –   
die mit feinsinnigsten Manieren
gegen Dummheit infizieren.

Träumte auch – auf den Plejarden
lebten kultivierte Maden.
Die in Puppen meditieren –
versponnen dort philosophieren.

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Willi Ennulat - Wenn die Zeit auf einmal stillsteht (Gedicht des Tages am 3. Juli)

Wenn die Zeit auf einmal stillsteht

Wenn die Zeit auf einmal stillsteht,
und du ganz im Damals fühlst:
das Ballspiel auf Asphalt,
den würzigen Geruch,
Sommerregen,
körperlich und warm.

Deine Stimme klingt so nahe.
Sehe dein fröhliches Gesicht.
Hände zart und fein,
offen weiter Blick.
Niemand bringt dein Lachen
je zurück.

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artur nickel - was in erinnerung bleibt (Gedicht des Tages am 1. Juli)

was in erinnerung blieb

die baracken stehen
schon lange nicht mehr
wo das pfeifen der loks
das warten auf den zug
verkürzte

der unterschlupf in den himmeln
ist verschlossen
leicht in den lüften
webt nur noch
was in erinnerung blieb

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joachim schlichte - keinen ausweg (Gedicht des Tages am 30. Juni)

keinen ausweg

wissend

ahne ich nicht

einmal oder mehr

 

aus dem käse

keller

dem reifen den

über ge wältigt

 

bleibt nur der ver

packte

fo li en ver

verschweißte an hang

 
im kühlregal unseres supermarktes ohne gefühl .

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Safinaz Hallioglu - Die Konferenz (Gedicht des Tages am 26. Juni)

Die Konferenz

Mein Krebs und ich
Trafen uns am Konferenztisch
Um zu verhandeln
Wir zählten beide auf
Was bereits wem gehört

Dem Krebs gehörten
Eine Lunge, Leber, Darm, der ganze Bauch
Eierstöcke, eine Brust sowıeso
Die Wirbelsäule als Ganzes
Und der Knochen viele
Dazu dein Leben
Sagte mein Krebs mir

Mir gehörten nur noch
Arme, Beine, Gehirn, Herz
Und meine Seele

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